Nach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auch der CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt eine Zusammenarbeit der Union mit der AfD ausgeschlossen. "Die AfD ist unser erklärter politischer Gegner", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Union habe im Bundestag eine Zusammenarbeit mit der AfD per Fraktionsbeschluss ausgeschlossen. "Wer zu einem anderen Ergebnis kommt, hat nicht alle Latten am Zaun", sagte Dobrindt.

Der neue CDU-Fraktionschef im sächsischen Landtag, Christian Hartmann, hatte die Frage nach einer möglichen Koalition mit der AfD zuvor offengelassen. "Das gebietet der Respekt für die Wählerinnen und Wähler", sagte er vor einigen Tagen. In der CDU gab es bereits wiederholt Debatten um Bündnisse mit der AfD auf Landesebene. Vor Merkel und Dobrindt schlossen bereits CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ein Bündnis aus.  

In Sachsen wird am 1. September 2019 ein neuer Landtag gewählt. Derzeit regiert dort die CDU unter Michael Kretschmer mit den Sozialdemokraten. In dieser Woche war Hartmann zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt worden. Bei der Bundestagswahl 2017 war die CDU in Sachsen mit 26,9 Prozent der Stimmen knapp hinter der AfD (27 Prozent) nur zweitstärkste Kraft geworden.

Dobrindt sprach sich außerdem dafür aus, einzelne AfD-Funktionäre vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Die Partei bewege sich immer mehr nach rechts außen und reiße "die Grenzen zum Rechtsextremismus ein", sagte der CSU-Landesgruppenchef. Tendenzen der Radikalisierung seien unübersehbar: "AfD-Politiker marschieren Seit' an Seit' mit Hooligans und Rechtsextremisten."