Die Umfragewerte der CSU sind einen Monat vor der Landtagswahl in Bayern auf ein historisches Tief gefallen. Im Bayerntrend des Bayerischen Rundfunks kommt die Partei nur noch auf 35 Prozent. Das sind drei Prozentpunkte weniger als im Juli und so wenig wie noch nie seit der Einführung der Erhebung 1998.

Zweitstärkste Partei sind der Umfrage zufolge die Grünen mit 17 Prozent. Die CSU könnte damit nur noch mit den Grünen eine Zweierkoalition bilden. SPD, Freie Wähler und AfD kommen auf jeweils elf Prozent, FDP und Linke auf jeweils fünf Prozent. Insgesamt wären also sieben Parteien im Landtag vertreten. Allerdings gab fast jede zweite wahlberechtigte Person (45 Prozent) an, noch unschlüssig zu sein, welche Partei sie am 14. Oktober wählen wird.

Die Zugstimmungswerte für Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und die Staatsregierung sanken ebenfalls. Mit einem Zustimmungswert von 42 Prozent bleibt Söder hinter den Werten zurück, die Horst Seehofer vor der Landtagswahl 2013 (68 Prozent) und Günther Beckstein vor der Wahl 2008 (55 Prozent) erzielt hatten. Mit der Arbeit der Staatsregierung sind derzeit 52 Prozent weniger bis gar nicht zufrieden, 47 Prozent äußerten sich zufrieden oder sehr zufrieden.

Über die Unsicherheiten von Umfragen

Repräsentative Umfragen unterliegen immer Fehlern. Man kann davon ausgehen, dass der tatsächliche Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Bereich von einem bis drei Prozentpunkten über oder unter den letztlich angegebenen Messwerten liegt. Den Korridor dieses statistischen Fehlers zeigen wir ab sofort in unseren Grafiken zu Wahlumfragen.

Die Ergebnisse basieren immer auf Stichprobenbefragungen. Diese decken in der Regel nur spezielle Teile der Bevölkerung ab (zum Beispiel Menschen mit Festnetz-Telefonanschluss oder Internetnutzer). Einige potenzielle Teilnehmer sind ablehnend und wollen erst gar nicht befragt werden. Fragen werden mitunter auch falsch verstanden und nicht immer aufrichtig beantwortet. Zum Beispiel auch in Reaktion auf vorangegangene Umfragen. Um jedoch ein allgemeines Meinungsbild über alle Bevölkerungsgruppen hinweg zu berechnen, müssen die Demoskopen fehlende Messwerte und vermutete Ungenauigkeiten ausgleichen und die vorliegenden Zahlen neu gewichten. Diese (in der Regel nicht transparenten) Formeln unterscheiden sich in den Instituten und führen daher zu unterschiedlichen Aussagen.

Umfragewerte sind immer Momentaufnahmen. Mehr als eine grobe Tendenz für ein Meinungsbild lässt sich daraus nicht ableiten. Selbst wenn die Aussagen und Berechnungen zum Veröffentlichungszeitpunkt der Umfrage nahe an der Realität liegen, ist immer noch offen, ob die damals befragten Wähler zum Beispiel später tatsächlich ihre Stimme abgeben oder sich kurzfristig umentscheiden.

Weitere Hintergründe über unseren Umgang mit Wahlumfragen finden Sie in unserem Transparenzblog Glashaus.

Die Daten wurden von infratest dimap im Auftrag des BR-Politikmagazins Kontrovers erhoben. Dazu wurden zwischen dem 5. und 10. September 1.000 Wahlberechtigte in Bayern telefonisch befragt.