Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) plant einem Bericht zufolge eine Verdopplung seiner Mitarbeiterzahl bis 2021. Der aktuell mit Rücktrittsforderungen konfrontierte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen wolle seine Behörde damit strukturell an den Bundesnachrichtendienst (BND) angleichen, berichtet der Spiegel unter Berufung auf Informationen aus dem Innenministerium. So solle die Stellenzahl um 2.900 auf mehr als 6.000 angehoben werden. Derzeit hat das BfV 3.110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Auslandsgeheimdienst BND zählt mehr als 6.500 Beschäftigte.

Dem Spiegel zufolge sollen die für Spionageabwehr, Geheim- und Sabotageschutz sowie für Islamismus und islamistischen Terrorismus zuständigen Abteilungen des Verfassungsschutzes umstrukturiert und gestärkt werden. Abgesehen vom Inlandsgeheimdienst BfV gibt es auch in den 16 Bundesländern eigene Verfassungsschutzämter oder -abteilungen. Das Bundesinnenministerium äußerte sich zu dem Bericht zunächst nicht. Aus Behördenkreisen sei aber Kritik an den Plänen zu vernehmen, da das Thema Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus offenbar zu kurz komme, schreibt das Magazin.

Maaßen nach Chemnitz in der Kritik

In der Bundesregierung fordert der Unions-Koalitionspartner SPD die Ablösung Maaßens wegen dessen Äußerungen im Zusammenhang mit rechten Ausschreitungen in Chemnitz. Der Verfassungsschutzpräsident hatte zunächst die Echtheit eines Videos während rassistischer Ausschreitungen in der sächsischen Stadt angezweifelt, das Übergriffe auf Migranten zeigt. Für eine Fälschung gibt es nach Recherchen von ZEIT ONLINE sowie anderer Medien jedoch keine Anhaltspunkte.