Das für die Marine geplante Mehrzweckkampfschiff 180 wird möglicherweise teurer als bislang geplant. Statt der ursprünglich vorgesehenen Kosten von 3,5 Milliarden Euro für vier Schiffe habe das Bundesverteidigungsministerium seit 2017 mit 4,5 Milliarden Euro für das gesamte Bauprogramm gerechnet. Diese Summe sei nun noch einmal nach oben korrigiert worden, nun würden 5,3 Milliarden Euro kalkuliert. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen.

Das Verteidigungsministerium erkläre die gestiegenen Kosten mit einer "Projektbereinigung". Im Zusammenhang mit dem Schiff notwendige Anschaffungen, die bislang an anderen Stellen der Haushaltsplanung verzeichnet gewesen seien, würden nun direkt dem Projekt zugeordnet – beispielsweise ein zur Ausbildung nötiger Simulator an Land. Außerdem hätten sich die Anforderungen an die IT erhöht, die neuen Leistungen seien teurer als die ursprünglich geplanten, zitiert das Handelsblatt das Ministerium.

Das Mehrzweckkampfschiff, auch als Mehrzweckfregatte der Klasse F 126 bezeichnet, befindet sich noch in der Planungsphase. Um den Bau bewerben sich zwei Werftkonsortien. Einerseits die niederländische Damen Shipyards Group, andererseits die German Naval Yards Holdings, die dabei mit Thyssen-Krupp kooperiert.

Der Bundestag soll dem generellen Kostenrahmen für das Projekt im November mit dem Haushalt für 2019 grundsätzlich zustimmen.

Das MKS 180 ist Teil der Modernisierung der Marine. Sie soll in den kommenden Jahren verschiedene neue Schiffe erhalten, um die veraltete Flotte zu ersetzen. Derzeit ist die Marine kaum in der Lage, ihre Verpflichtungen im Rahmen der Nato zu erfüllen.

Doch auch das zweite Großprojekt dieses Plans, die Fregatten der Klasse F 125, werden teurer und sie kommen außerdem viel später zur Truppe als ursprünglich vorgesehen.