Der neu gewählte sächsische CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Hartmann schließt eine Koalition mit der AfD nicht aus. Das sagte er in einem Interview mit dem MDR. Angesprochen darauf, dass er zu solch einem Bündnis nicht eindeutig Nein sage, sagte Hartmann: "Das gebietet der Respekt für die Wählerinnen und Wähler, die am 1. September 2019 entscheiden." Zugleich bezeichnete der Experte für Sicherheitsfragen die AfD als politischen Hauptwettbewerber und -gegner der Christdemokraten. 

Hartmann war nicht der Wunschkandidat des Ministerpräsidenten Michael Kretschmer. Der 44-Jährige hatte sich am Mittwoch überraschend in der Abstimmung gegen den früheren Justizminister und derzeitigen Ausländerbeauftragten Geert Mackenroth durchgesetzt. Im Anschluss sagte er, die CDU müsse sich nun darauf konzentrieren, mit eigenen Themen und eigenem Profil und mit dem bisherigen Koalitionspartner SPD gemeinsam die Wähler davon zu überzeugen, "dass es keiner Alternative bedarf". 

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel hatte sich in der Vergangenheit ebenfalls dafür ausgesprochen, an die AfD verlorene Wählerinnen und Wähler zurückzugewinnen. Jedoch hat sich die Kanzlerin stets gegen eine Koalition mit der AfD ausgesprochen, ebenso wie Sachsens Ministerpräsident Kretschmer.

In Sachsen wird am 1. September 2019 ein neuer Landtag gewählt. Derzeit regiert dort die CDU unter Kretschmer mit den Sozialdemokraten. Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr war die CDU in Sachsen mit 26,9 Prozent der Stimmen knapp hinter der AfD (27 Prozent) nur zweitstärkste Kraft geworden.