Die Abnahme der neuen Fregatte F125 durch die Bundeswehr verzögert sich weiter: Das erste Schiff der neuen Klasse, die Baden-Württemberg, solle nun erst im ersten Halbjahr 2019 von der Industrie übernommen werden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Konkrete Gründe für die erneute Verzögerung nannte der Sprecher nicht. Ursprünglich sollte die erste Fregatte schon 2014 in Dienst gestellt werden. Die Abnahme durch die Bundeswehr war nach mehrfachem Aufschub für September 2018 geplant gewesen. Nach aktueller Planung sollen alle vier Fregatten Mitte 2021 einsatzfähig sein.

Die Fregatte ist laut dem Sprecher das komplexeste Waffensystem, das die Marine jemals gehabt hat. Anlaufschwierigkeiten seien da nicht auszuschließen. "Wir sehen nach wie vor die Industrie in der Pflicht, alle ausstehenden Leistungen nachzuweisen", sagte er. Das Bundesverteidigungsministerium hatte vier der Fregatten der Klasse F125 2007 bei einem deutschen Werftkonsortium bestellt. Nach mehreren Verzögerungen sollte das erste Schiff 2017 in Dienst gestellt werden – doch dazu kam es nicht.

Die Marine lehnte es ab, das Schiff von dem Konsortium zu übernehmen. Denn bei dem Test im Dezember 2017 hatten die Ingenieure der Marine festgestellt, "dass das Schiff nicht das kann, was es laut Vertrag können soll", wie ein Sprecher des Rüstungsamtes damals ZEIT ONLINE sagte. Aus weiteren Berichten und aus der internen Mängelliste lässt sich ersehen, dass kaum eines der für ein Kriegsschiff notwendigen Systeme funktionierte.  

Das Projekt ist inzwischen viel teurer als  ursprünglich geplant – mit Ersatzteilen und Ausbildung des Personals kostet es den Bund nun insgesamt 3,1 Milliarden Euro. Dabei sind die Fregatten schon veraltet, bevor sie überhaupt offiziell in Dienst gestellt werden können. Die Fregatte Baden-Württemberg, die von ThyssenKrupp und Lürssen gebaut wird, soll deutlich länger als seine Vorgänger im Einsatz bleiben können – zwei Jahre statt bisher neun Monate. Die Besatzung verringert sich von 235 auf 120 Personen.