Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wird den bisherigen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen zum Staatssekretär in seinem Ministerium befördern. Sobald Maaßens Nachfolger feststeht, soll er als Staatssekretär im Innenministerium für den Bereich Sicherheit zuständig werden.

An hochrangigen Mitarbeitern fehlt es dem Innenminister zumindest nicht. Acht Staatssekretäre unterstützen Seehofer bereits.

Ein Männerministerium

Seehofer, Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, unterstehen drei parlamentarische und fünf beamtete Staatssekretäre – alle sind älter als 40 Jahre und männlich.

Die parlamentarischen Staatssekretäre unterstützen den Bundesminister bei der Erfüllung politischer Aufgaben. Sie müssen Mitglieder des Deutschen Bundestages sein. Seehofers parlamentarische Staatssekretäre sind Günter Krings (geboren 1969), Stephan Mayer (1973) und Marco Wanderwitz (1975).

Krings war Beauftragter für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Seit 2017 ist er Vorsitzender der CDU-Landesgruppe NRW im Bundestag. Er ist bereits seit 2013 parlamentarischer Staatssekretär. Mayer ist erst seit 2018 im Amt, zudem ist er Präsident der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, der Zivil- und Katastrophenschutzorganisation des Bundes. Für welche Bereiche er konkret zuständig ist, gibt das Bundesinnenministerium auf seiner Homepage nicht an. Auch Wanderwitz ist erst seit 2018 parlamentarischer Staatssekretär, zuvor war er Sprecher für Kultur und Medien der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Zu ihren Aufgaben gehört es, die Verbindung zum Bundestag und Bundesrat sowie zu deren Ausschüssen zu pflegen. Für Seehofer stehen sie in Kontakt mit den Fraktionen des Bundestages, deren Arbeitskreisen und den politischen Parteien. Wenn der Innenminister es will, dürfen sie Seehofer auch bei Erklärungen vor dem Bundestag, dem Bundesrat und in Sitzungen der Bundesregierung vertreten. Zwischen den parlamentarischen Staatssekretären und dem Bundesminister besteht ein besonderes Vertrauensverhältnis. Entsprechend den Regelungen wurden sie von Angela Merkel – im Einvernehmen mit dem Minister – dem Bundespräsidenten zur Ernennung vorgeschlagen.

Parlamentarische Staatssekretäre sind anders als die anderen fünf Staatssekretäre Seehofers keine Beamten. Stattdessen stehen sie in einem speziellen Amtsverhältnis, für das der Gesetzgeber eigene Regelungen geschaffen hat. Ihre Amtszeit würde mit dem Verlust des Abgeordnetenmandats oder dem Ausscheiden Seehofers aus der Bundesregierung enden.

Das Tagesgeschäft des Ministeriums koordinieren vor allem die fünf beamteten Staatssekretäre. Sie vertreten Seehofer auch nach außen. Sie sind "politische Beamte", müssen sich also den politischen Zielsetzungen Seehofers unterordnen. Sie unterliegen den Vorschriften der Beamtengesetze.

Seehofers beamtete Staatssekretäre sind Gunther Adler (geboren 1963), Hans-Georg Engelke (1964), Markus Kerber (1963), Helmut Teichmann (1959) und Klaus Vitt (1952).

Adler war bis 2018 bereits Staatssekretär im Umweltministerium, seit Mai dieses Jahres ist er nun im Innenministerium. Er verantwortet Bereiche wie Stadtentwicklung und öffentliches Baurecht. Adler führt kein weiteres politisches Amt und wird dies wohl auch nicht mehr tun. Er werde in den einstweiligen Ruhestand versetzt, teilte Seehofer mit. Einen neuen Staatssekretärsposten soll es nicht geben. Mit Maaßen wird es somit weiterhin acht Staatssekretäre im Innenministerium geben.

Engelke ist seit 2015 im Innenministerium und war somit bereits Staatssekretär, bevor Horst Seehofer zum Innenminister ernannt wurde. Er verantwortet unter anderem Abteilungen für das Staats- und Verwaltungsrecht, den Sport und den öffentlichen Dienst. Das könnte sich aber ändern. Denn da Maaßen nicht die Aufsicht über seine alte Behörde bekommen soll, werde Engelke die Aufsicht über das Bundesamt für Verfassungsschutz übernehmen, teilte Seehofer in Berlin mit. Kerber war bis 2017 Hauptgeschäftsführer und Mitglied des Präsidiums im Bundesverband der Deutschen Industrie – seit 2018 ist er Staatssekretär. Teichmann leitete bis 2018 die für die Angelegenheiten der Bundespolizei zuständige Abteilung im Innenministerium, bevor er in das Team von Seehofer wechselte und Staatssekretär wurde. Vitt (1952) ist der älteste Staatssekretär. Er ist seit 2015 im Bundesinnenministerium und zudem Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik.

Als sich Horst Seehofer im März in die Mitte seiner acht Staatssekretäre einreihte, wurde das Foto vielfach in sozialen Medien geteilt. Dabei wurde kritisiert, dass es keine Frau in Seehofers Team geschafft habe. Zuletzt kritisierte dies auch Sigmar Gabriel (SPD).