In der Stadt Köthen in Sachsen-Anhalt sind am Sonntag etwa 1.300 Menschen einem Demonstrationsaufruf mehrerer rechter Gruppierungen, darunter dem Dresdner Pegida-Bündnis gefolgt. Sie versammelten sich auf dem Marktplatz und riefen Parolen wie "Faxen dicke" und "Merkel muss weg".

Am Bahnhof trafen sich etwa 700 Gegendemonstranten, die sich in zwei Gruppen in Richtung Stadtzentrum bewegten. Die Kundgebung, zu der unter anderem das Bündnis Dessau Nazifrei aufgerufen hatte, stand unter dem Motto "Der extremen Rechten entgegentreten".

Die rechten Demonstranten trugen Deutschlandfahnen und Plakate, auf denen "Heimatliebe ist kein Verbrechen" und "Globalismus raus aus den Köpfen" stand. Auf anderen Transparenten war "Danke Herr Maaßen für die Wahrheit" oder "Wir sind Chemnitz! Wir wollen keine Messermänner" zu lesen. Anwesend waren auch der rechtsextreme Publizist Jürgen Elsässer sowie André Poggenburg, der ehemalige AfD-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot von mehr als 1.000 Beamten, einer Reiterstaffel und Wasserwerfern vor Ort. Die Hochschule Anhalt in Köthen hatte auf ihrer Internetseite den Studenten zur Vorsicht geraten wegen "potenziell gefährlicher Demonstrationen". Fast jeder vierte der fast 8.000 Studenten kommt aus dem Ausland.

Bunte Friedenszeichen auf dem Marktplatz

In der Köthener Jakobskirche hatten zuvor Hunderte Menschen einen Friedensgottesdienst gefeiert. Aus Protest gegen die anreisenden Demonstranten hatten die Köthener am Vortag ihren Marktplatz mit Friedenszeichen bunt angemalt.

Hintergrund der Demonstration ist der Tod eines 22-jährigen Mannes vor einer Woche. Nach Behördenangaben starb der schwer herzkranke Deutsche an einem Infarkt, nachdem er sich in einen Streit zwischen mehreren Afghanen eingeschaltet hatte und ins Gesicht geschlagen wurde. Zwei 18 und 20 Jahre alte Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

Seit dem Tod des Mannes war es zu mehreren Demonstrationen von Rechtsgerichteten, Neonazis, Gegnern der Flüchtlingspolitik sowie zu Gegenprotesten in der 26.000 Einwohner zählenden Stadt gekommen.