Die Deutschen sind mit der Migrationspolitik von Horst Seehofer (CSU) nicht zufrieden, wie das aktuelle Politbarometer des ZDF zeigt. Die Zustimmung für den Bundesinnenminister ging deutlich zurück. Im Juni bewerteten noch 41 Prozent seinen Kurs in der Flüchtlingspolitik als gut, jetzt sind es nur noch 29 Prozent. 65 Prozent bewerten seine Arbeit als schlecht. 

Zu Diskussionen führte in der vergangenen Woche auch ein Satz Seehofers, der die Migration als "Mutter aller politischen Probleme" bezeichnet hatte. 63 Prozent der Befragten stimmten dem nicht zu, 34 Prozent schon. Mehrheitlich waren das Anhänger der AfD (77 Prozent) und der FDP (42 Prozent). 

Rechtsextremismus sehen 79 Prozent der Deutschen laut Politbarometer als große Gefahr für die Demokratie. Nur 48 Prozent sehen diese Gefahr auch beim Linksextremismus. 60 Prozent wiederum gaben an, dass die AfD eine Gefahr sei.

Mit Blick auf Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen, der wegen Äußerungen zu den Ausschreitungen in Chemnitz und Kontakten zu AfD-Politikern in der Kritik steht, fragte die Forschungsgruppe Wahlen auch nach dem Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Inlandsgeheimdienst. Ihm trauen die Deutschen deutlich weniger zu als den anderen Sicherheitsbehörden: 38 Prozent der 1.339 befragten Wahlberechtigten gaben an, sie hätten großes Vertrauen in die Arbeit der Behörde, 55 Prozent haben das nicht. Wesentlich besser ist das Ansehen anderer Staatsorgane: 81 Prozent der Befragten äußerten demnach großes Vertrauen in die Polizei, 58 Prozent in die Gerichte.

Die Unzufriedenheit der Wähler zeigt sich im Politbarometer auch in der Zustimmung zu den Parteien. Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen CDU und CSU zusammen nur noch auf 30 Prozent. Die SPD gewinnt leicht und läge bei 20 Prozentpunkten. Die Grünen kämen auf 16, die AfD auf 15 Prozent, die FDP auf sieben und die Linke auf acht Prozentpunkte.

Über die Unsicherheiten von Umfragen

Repräsentative Umfragen unterliegen immer Fehlern. Man kann davon ausgehen, dass der tatsächliche Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Bereich von einem bis drei Prozentpunkten über oder unter den letztlich angegebenen Messwerten liegt. Den Korridor dieses statistischen Fehlers zeigen wir ab sofort in unseren Grafiken zu Wahlumfragen.

Die Ergebnisse basieren immer auf Stichprobenbefragungen. Diese decken in der Regel nur spezielle Teile der Bevölkerung ab (zum Beispiel Menschen mit Festnetz-Telefonanschluss oder Internetnutzer). Einige potenzielle Teilnehmer sind ablehnend und wollen erst gar nicht befragt werden. Fragen werden mitunter auch falsch verstanden und nicht immer aufrichtig beantwortet. Zum Beispiel auch in Reaktion auf vorangegangene Umfragen. Um jedoch ein allgemeines Meinungsbild über alle Bevölkerungsgruppen hinweg zu berechnen, müssen die Demoskopen fehlende Messwerte und vermutete Ungenauigkeiten ausgleichen und die vorliegenden Zahlen neu gewichten. Diese (in der Regel nicht transparenten) Formeln unterscheiden sich in den Instituten und führen daher zu unterschiedlichen Aussagen.

Umfragewerte sind immer Momentaufnahmen. Mehr als eine grobe Tendenz für ein Meinungsbild lässt sich daraus nicht ableiten. Selbst wenn die Aussagen und Berechnungen zum Veröffentlichungszeitpunkt der Umfrage nahe an der Realität liegen, ist immer noch offen, ob die damals befragten Wähler zum Beispiel später tatsächlich ihre Stimme abgeben oder sich kurzfristig umentscheiden.

Weitere Hintergründe über unseren Umgang mit Wahlumfragen finden Sie in unserem Transparenzblog Glashaus.