Die Möglichkeit, Baukindergeld zu beantragen, haben innerhalb des ersten Monats 21.642 Familien genutzt. Das berichtete der MDR unter Berufung auf Zahlen des Bundesbauministeriums.

Die staatliche Zulage, die Familien und Alleinerziehende für den Bau oder Kauf einer Wohnung oder eines Hauses beantragen können, beträgt unter bestimmten Voraussetzungen 1.200 Euro brutto pro Jahr und wird zehn Jahre lang ausgezahlt. Das Jahreseinkommen der Empfängerinnen und Empfänger darf dabei 75.000 Euro zuzüglich 15.000 Euro pro Kind nicht überschreiten. Sollten alle bislang eingereichten Anträge auf Baukindergeld genehmigt werden, betrüge die Förderungssumme dem Bericht zufolge 458,9 Millionen Euro.

Innerhalb Deutschlands fiel das Interesse laut MDR unterschiedlich aus: Prozentual reichten in Schleswig-Holstein mit 34,4 von 100.000 Einwohnern die meisten Menschen einen Antrag ein, in Berlin seien es lediglich 8,7 von 100.000 gewesen. In absoluten Zahlen liegt demnach Nordrhein-Westfalen, das einwohnerstärkste Bundesland, an der Spitze: 5.017 Familien meldeten dort Interesse an der Förderung an – beinahe ein Viertel aller Anträge. Die wenigsten Anträge wurden mit 176 in Bremen eingereicht.

Eine Erklärung für das größere Interesse am Baukindergeld in norddeutschen Bundesländern könnten die Grundstückspreise sein. Stefan Kofner, Professor für Wohnungs- und Immobilienwirtschaft an der Hochschule Zittau/Görlitz, sagte dem MDR: "Die Preise für baureifes Land und Immobilien sind in den norddeutschen Flächenländern noch vergleichsweise niedrig, besonders in Niedersachsen. In den nicht so angespannten Märkten scheint die Förderung wirksamer zu sein."

Das Baukindergeld kann seit dem 18. September beantragt werden. Ausgezahlt werden soll es rückwirkend ab dem 1. Januar dieses Jahres. Die Zahlen des Bauministeriums beziehen sich auf den Zeitraum bis zum 12. Oktober.