Brexit - Angela Merkel hofft auf einvernehmlichen Brexit Die Kanzlerin hält einen geregelten EU-Austritt Großbritanniens für möglich. FDP-Chef Christian Lindner kritisiert, die Regierung sei nicht auf einen harten Brexit vorbereitet. © Foto: Bernd Von Jutrczenka

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht immer noch Chancen für einen geordneten Austritt Großbritanniens aus der EU in den kommenden sechs Monaten. Beide Seiten hätten sich aufeinander zubewegt, sagte Merkel in einer Regierungserklärung zum EU-Gipfel. 90 Prozent seien geregelt. Es liege im Wesentlichen noch an der Frage, wie die Grenze zwischen Irland und Nordirland geregelt werden solle. "Die Tücke liegt da sehr im Detail."

Zudem müssten auch die künftigen Beziehungen zu Großbritannien auf eine neue Grundlage gestellt werden, sagte Merkel. Sie wolle, dass Großbritannien auch nach dem Austritt ein enger und vertrauensvoller Partner der EU sei. Zugleich kündigte die Kanzlerin an, dass sich die Bundesregierung auf alle Möglichkeiten des Brexits vorbereite, auch auf einen sogenannten harten Brexit ohne Abkommen.

Am Abend beginnt ein EU-Gipfel in Brüssel mit Gesprächen über den Stand der Brexit-Verhandlungen. Die britische Regierungschefin Theresa May wird den 27 anderen Staats- und Regierungschefs erläutern, wie sie sich eine Lösung der noch offenen Fragen beim Austritt aus der EU vorstellt.

Die Verhandlungen über den für März 2019 geplanten Brexit stocken seit Sonntag. Entscheidend ist noch immer die Frage, wie Kontrollen an der künftigen EU-Außengrenze zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland vermieden werden können.