Bis Mitte November will CSU-Chef Horst Seehofer seine Vorschläge zur inhaltlichen, strategischen und personellen Zukunft der CSU vorstellen. "Ich denke, das wird Ende nächster, allerspätestens übernächste Woche erfolgen", sagte Seehofer dem Bayerischen Rundfunk.

Die am Tag nach der Landtagswahl im CSU-Vorstand beschlossene Aufarbeitung werde laut Seehofer nicht auf den "Sankt-Nimmerleinstag" verschoben. Persönliche Konsequenzen ließ der Bundesinnenminister weiterhin offen. Im Hinblick auf den Rückzug von Angela Merkel vom CDU-Parteivorsitz sagte Seehofer, dass mit der Übergabe des Amtes des Ministerpräsidenten von ihm an Markus Söder der Generationswechsel in der CSU bereits vollzogen sei. Seehofer nannte Merkels Abschied vom Parteivorsitz eine "Zäsur".

Nach dem schlechten Abschneiden der CSU bei den Landtagswahlen in Bayern fordern mehr und mehr Politiker und Politikerinnen in der CSU einen Rücktritt von Parteichef Seehofer. So wird unter anderem über die Einberufung eines Sonderparteitages Anfang Dezember mit vorgezogenen Vorstandswahlen diskutiert. Seehofer hatte sich bereits positiv zu einem solchen Sonderparteitag geäußert. Seine gewählte Amtszeit endet eigentlich Ende 2019.

Seehofer sagte im Bayrischen Rundfunk, dass vor einer Aufarbeitung des Wahlergebnisses zunächst die neue Regierung in Bayern gebildet und der EVP-Spitzenkandidat für die Europawahl gewählt werden müsse. CSU-Vize Manfred Weber gilt bei der Wahl beim Kongress der Europäischen Volkspartei in Helsinki am 8. November als aussichtsreicher Kandidat. Bei der Landtagswahl am 14. Oktober hatte die CSU 37,2 Prozent der Stimmen bekommen und damit über zehn Prozent zur letzten Wahl verloren. Derzeit verhandelt sie mit den Freien Wählern über die Bildung einer Koalition.