Die Eckpunkte, die die Bundesregierung für das neue Zuwanderungsgesetz beschlossen hat, erlauben arbeitssuchenden ausländischen Fachkräften innerhalb der sechsmonatigen Aufenthaltsfrist keinen Familiennachzug. "Der sechsmonatige Aufenthaltstitel zur Suche eines Arbeitsplatzes berechtigt nicht zum Familiennachzug", sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums auf Nachfrage von ZEIT ONLINE. Wenn die Fachkraft innerhalb der sechs Monate einen Arbeitsplatz gefunden hat, könne sie die Familie nachholen. Vorausgesetzt, die Erwerbstätigkeit beträgt mindestens ein Jahr und der Ausländer könne Lebensunterhalt und Wohnung für sich und die Angehörigen selbst bestreiten. Nachziehen darf die sogenannte Kernfamilie: Das sind Ehegatten und minderjährige ledige Kinder.

Das geplante Gesetz soll auf fünf Jahre befristet werden. Anschließend soll es mit Blick auf mögliche konjunkturelle Veränderungen neu bewertet werden.

"Kein großer Wurf"

Kritik an den geplanten Eckpunkten äußerte der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki: Gegen den herrschenden Fachkräftemangel würden die Maßnahmen "nicht angemessen helfen", sagte Kubicki dem Tagesspiegel. Die Koalitionspartner hätten "keine ausreichend greifbaren Kriterien für die Zuwanderung" aufgestellt. Der Kompromiss sei "kein großer Wurf, sondern eher eine sprachliche Einigung auf unterem Niveau".

Das geplante Gesetz soll es anerkannt qualifizierten Fachkräften erlauben, künftig auch ohne konkretes Jobangebot nach Deutschland zu kommen um innerhalb von sechs Monaten einen Job zu suchen. Als Voraussetzung dafür will die Regierung den Nachweis von Deutschkenntnissen und eine eigenständige finanzielle Sicherung des Lebensunterhalts festmachen.