Der frühe Unionsfraktionschef Friedrich Merz will im Dezember auf dem Parteitag der CDU in Hamburg für den CDU-Vorsitz kandidieren. Das kündigte Merz in einer Mitteilung an.

"Ich habe mich nach reiflicher Überlegung und nach zahlreichen Gesprächen entschieden, auf dem Bundesparteitag in Hamburg für den Vorsitz der Christlich Demokratischen Union Deutschlands zu kandidieren", heißt es darin. "Wir brauchen in der Union Aufbruch und Erneuerung mit erfahrenen und mit jüngeren Führungspersönlichkeiten." Er sei bereit, dafür Verantwortung zu übernehmen. Auch wolle er alles dafür tun, um den "inneren Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit der CDU Deutschlands zu stärken".

Angela Merkel verdiene Respekt und Anerkennung für ihre Leistungen in 18 Jahren an der Spitze der Partei, heißt es in der Mitteilung weiter. Nun habe die CDU die Chance, sich neu aufzustellen und eine neue Parteiführung zu wählen. Merz hatte sich Schritt für Schritt aus der Politik zurückgezogen, nachdem er 2002 bei der Wahl zum Vorsitzenden der Unionsfraktion gegen Merkel unterlegen war.

Mit seiner Bewerbung um das Amt tritt Merz gegen CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn an. Diese hatten beide bereits am Montag in den Parteigremien mitgeteilt, dass sie kandidieren wollen. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und CDU-Landeschef Armin Laschet hat eine Kandidatur bisher noch offengelassen.

Merkel hatte am Montag angekündigt, den Parteivorsitz abzugeben und sich 2021 ganz aus der Politik zurückzuziehen. Bis zum Ende der Wahlperiode will sie aber Kanzlerin bleiben.

Angela Merkel - »Diese vierte Amtszeit ist meine letzte als Bundeskanzlerin« © Foto: Tobias Schwarz