Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Hessen befinden sich die Grünen einer neuen Umfrage zufolge auch dort im Aufschwung, während CDU und SPD mit massiven Stimmenverlusten rechnen müssen. In einer repräsentativen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen, die vom ZDF im Rahmen ihres Politbarometers veröffentlicht wurde, liegen die Grünen bei 22 Prozent. Die CDU käme dagegen auf 26 Prozent, die SPD auf 20 Prozent.

Die AfD würde laut der Umfrage zwölf Prozent bekommen. Sie zöge damit als viertstärkste Kraft erstmals in den hessischen Landtag ein.

Am 28. Oktober wird in Hessen ein neuer Landtag gewählt. In Wiesbaden regiert seit fünf Jahren eine schwarz-grüne Koalition unter Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), der diese Regierung gern weiterführen würde. Eine Mehrheit dafür hätte er laut den neuen Umfragewerten indes nicht mehr. Das Weiterregieren ist nur möglich, wenn die FDP mit der CDU und den Grünen ein sogenanntes Jamaika-Bündnis bildet. Die Liberalen kommen laut der Forschungsgruppe Wahlen auf acht Prozent.

Rechnerisch möglich ist eine Koalition aus Grünen, SPD und der Linkspartei – mit dem grünen Spitzenkandidaten und amtierenden Landeswirtschaftsminister Tarek Al-Wazir als neuem Ministerpräsidenten. So wie die FDP stehen auch die Linken in der Umfrage bei acht Prozent. Al-Wazir ist zudem den Angaben zufolge der beliebteste Politiker im Land. Auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf kommt er auf einen Wert von 1,7. Bouffier erreicht einen Wert von 1,2, SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel liegt bei 0,8. Al-Wazir hat bislang gesagt, das Regierungsbündnis mit der CDU fortführen zu wollen.

Schäfer-Gümbel fehlt der Umfrage zufolge die Möglichkeit, selbst Ministerpräsident zu werden. Bei einer Direktwahl würde der SPD-Herausforderer zudem klar gegen den konservativen Amtsinhaber verlieren. Für Bouffier würden sich laut der Umfrage 46 Prozent der Befragten entscheiden, für den Sozialdemokraten nur 32 Prozent.

Für eine schwarz-rote Koalition gibt es der Umfrage zufolge keine Mehrheit. Die Verluste der beiden bisherigen Volksparteien könnten auch bundespolitisch von Bedeutung sein – mit möglichen personellen Konsequenzen an der Spitze der Bundesparteien.

Für die Umfrage befragte die Forschungsgruppe Wahlen von Montag bis Mittwoch 1.035 Wahlberechtigte. Der statistische Fehlerbereich liegt den Angaben zufolge bei einem Wert von 40 Prozent bei drei Prozentpunkten, bei einem Wert von zehn Prozent bei zwei Prozentpunkten.