• Die CDU gewinnt laut Hochrechnungen die Landtagswahl in Hessen: Sie kommt auf 27 bis 28 Prozent. SPD und Grüne liegen mit knapp 20 Prozent fast gleichauf. Die AfD erhält etwa 13 Prozent, die FDP mehr als 7 und die Linke 6,6 Prozent.
  • In den vergangenen fünf Jahren regierte ein schwarz-grünes Bündnis unter Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Das hätte nach derzeitigem Stand keine Mehrheit.
  • Die FDP in Hessen kann sich Gespräche über eine Koalition mit CDU und Grünen vorstellen.
  • Künftig werden sechs Parteien im Landtag sitzen, darunter auch die AfD.
  • CDU und SPD machen für die großen Verluste das Erscheinungsbild der großen Koalition in Berlin verantwortlich.
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Simone Gaul
Liebe Leserinnen und Leser, Hessen hat gewählt und nach jetzigem Stand wird Ministerpräsident Volker Bouffier zwar weiterhin regieren können, für eine Fortsetzung seiner schwarz-grünen Koalition könnte es aber knapp nicht reichen. Bouffier will morgen früh mit den Grünen, der SPD und der FDP verhandeln. Er favorisiert ein Jamaika-Bündnis.

Auch in Berlin werden sich die Parteien morgen zusammensetzen, viele SPD- und CDU-Mitglieder haben nach dem schlechten Hessenergebnis Konsequenzen in der Bundespolitik gefordert. Ob diese aber personell oder inhaltlich sein sollten? Darüber ist man sich in beiden Parteien noch uneins.

Wir beenden unser Liveblog und verabschieden uns von Ihnen. Gute Nacht.
Simone Gaul
Die SPD bleibt voraussichtlich zweitstärkte Kraft. In den Hochrechnungen von ARD und ZDF vom späten Sonntagabend lagen die Sozialdemokraten mit 19,6 bis 20,1 Prozent ganz knapp vor den Grünen, die auf 19,4 bis 19,6 Prozent kamen.
Simone Gaul
Grünen-Chef Robert Habeck hält den Versuch der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles, die Arbeit der großen Koalition mit Hilfe eines Kriterienkatalogs zu verbessern, für untauglich. Eine solche "technische Maßnahme" sei genau falsch, um wieder mehr Vertrauen für die Arbeit der SPD und der großen Koalition zu gewinnen, sagte Habeck in der ARD bei Anne Will.

Auf Vorschlag von Nahles will die SPD schon morgen in Präsidium und Vorstand über einen Kriterienkatalog beraten, wie die GroKo künftig besser arbeiten kann und wann für die SPD eine rote Linie erreicht ist. 

Die große Koalition müsse für eine Verbesserung ihrer Arbeit auch personelle Konsequenzen ziehen, meinte Habeck. "Vielleicht Herrn Seehofer nach Hause schicken, das wäre mal ein Start." CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte dazu: "Das ist eine autonome Entscheidung der CSU."
Simone Gaul
In Gießen haben die beiden Spitzenkandidaten von CDU und SPD das Duell im Kleinen ganz direkt ausgefochten: Volker Bouffier und Thorsten Schäfer-Gümbel haben im selben Wahlkreis in Gießen um das Direktmandat gekämpft. Bouffier hat mit 33,8 Prozent der Wahlkreisstimmen gewonnen, Schäfer-Gümbel bekam 26,7 Prozent. Vor fünf Jahren hatte Bouffier noch 46,9 Prozent erreicht, Schäfer-Gümbel 39,3 Prozent.
Simone Gaul
Immer wenn die SPD Wählerprozente einbüßte (wie in NRW, im Bund oder zuletzt in Bayern), kündigte sie ihre eigene Erneuerung an. So auch jetzt. Wie die SPD in Hessen und in Berlin das Ergebnis bewertet und was daraus folgen soll, analysiert Tilman Steffen hier.
Simone Gaul
Der große Sieger dieser Wahl heißt Tarek Al-Wazir. Angesichts ihrer neuen Stärke können sie einer müde wirkenden CDU deutlich mehr Forderungen für ein gemeinsames Weiterregieren stellen, schreibt Lisa Caspari in ihrer Analyse. Nur eine Zwangskoalition mit der FDP könnte für die Grünen noch schwierig werden.
Simone Gaul
Bouffier will am Montag mit SPD, Grünen und FDP über die Bildung einer Koalition sondieren. Dabei habe er die klare Präferenz für eine Jamaika-Koalition, sagt der CDU-Vize in den Tagesthemen der ARD. Nur im Notfall komme ein Bündnis mit der SPD infrage.
Volker Bouffier kündigt Sondierungsgespräche an
Die CDU kann trotz hohen Verlusten wohl in Hessen weiter regieren.
Tilman Steffen
Die AfD hat von der geschwächten CDU profitiert: Ihr Ergebnis ist leicht über dem Schnitt aller Landtagswahlen (10 Prozent) und entspricht ziemlich genau dem Ergebnis der Bundestagswahl (12,6 Prozent). Fast 100.000 Wähler, die 2013 die CDU gewählt hatten, kreuzten diesmal bei der AfD an. Fast 40.000 Wähler kamen von der SPD. Erstaunlich ist: Mit 21.000 mobilisierte die AfD relativ wenige Nichtwähler. Bei früheren Wahlen war das anders. Eine mögliche Erklärung: Die AfD fungiert in Hessen nicht so stark als Protestpartei. Zudem ist die CDU des Landes historisch besonders konservativ geprägt – was erst durch die Koalition mit den Grünen leicht aufgebrochen wurde. Außerdem wechselten ebenso viele enttäuschte CDU-Wähler zu den Grünen wie zur AfD. Auch das ist atypisch im Vergleich zu früheren Wahlen.
Lisa Caspari
Grünen-Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir kann sich an diesem Abend auch ganz persönlich freuen. Er hat in seiner Heimatstadt Offenbach ein Direktmandat errungen. Es ist das erste Mal, dass die Grünen in Hessen Direktmandate gewonnen haben. Al-Wazir setzte sich mit 27,5 Prozent der Wahlkreisstimmen gegen die Bewerber von CDU und SPD durch. Auch in Darmstadt haben die Grünen nach Informationen des hessischen Rundfunks ein Direktmandat geholt.
Lisa Caspari
Im Landtag in Wiesbaden ist es leerer geworden. Doch FDP-Spitzenkandidat René Rock wandert gut gelaunt über die Flure. Laut den letzten Hochrechnungen braucht Schwarz-Grün die FDP, um weiterzuregieren. Rock erinnert daran, dass seine Partei weniger Windräder in Hessen wolle und "auch mal ein paar Straßen bauen". Wie in Nordrhein-Westfalen will die FDP ihre Basis über einen möglichen Koalitionsvertrag abstimmen lassen. All das sind keine guten Nachrichten für die Wahlsieger von den Grünen.