Eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Bayern verliert die CSU weiter in der Wählergunst. Im neuen sogenannten Bayerntrend von Infratest dimap für die ARD-Tagesthemen kommt die Regierungspartei nur noch auf 33 Prozent. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als im Vormonat.

Die Grünen kommen in der Umfrage auf 18 Prozent (plus ein Prozentpunkt) und würden zweitstärkste Kraft. SPD und Freie Wähler erreichen unverändert je elf Prozent, die AfD verliert einen Punkt auf zehn Prozent. Während die FDP mit sechs Prozent wieder in den Landtag käme, liegt die Linke knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die sonstigen Parteien kämen auf 6,5 Prozent.

Für die Sonntagsfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Dienstag 1.002 Wahlberechtigte in Bayern befragt. Eine Alleinregierung der CSU wäre mit diesen Zahlen nicht mehr möglich. Als rechnerisch sichere Zwei-Parteien-Koalition wäre mit diesen Zahlen lediglich Schwarz-Grün möglich. Eine Koalition von CSU und Freien Wählern oder ein Bündnis von CSU und SPD würde dagegen eine mögliche Mehrheit knapp verfehlen. Der Umfrage zufolge könnten aber auch Grüne, SPD, Freie Wähler und FDP bei der Wahl am 14. Oktober gemeinsam eine knappe Mehrheit der Sitze erreichen und damit sogar eine Koalition ohne die CSU bilden.

Söder gibt der Bundesregierung die Verantwortung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geht angesichts der schlechten Umfragewerte seiner Partei auf Distanz zur Bundesregierung. "Das sind alles Zahlen, die unglaublich geprägt werden durch Berliner Politik", sagte der CSU-Politiker der Bild-Zeitung. Er warnte davor, die Landtagswahl zu einem "Denkzettel für Berlin" werden zu lassen.

Der Ministerpräsident kritisierte indirekt auch das Verhalten von CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer im Zusammenhang mit dessen Flüchtlings-Masterplan: "Ich gebe zu: Das waren nicht gerade unsere allergrößten Sternstunden." Söder forderte die große Koalition zur Kompromissfindung auf. "Wenn sich Ego First weiter durchsetzt, führt das zur Unregierbarkeit", sagte er.

Über die Unsicherheiten von Umfragen

Repräsentative Umfragen unterliegen immer Fehlern. Man kann davon ausgehen, dass der tatsächliche Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Bereich von einem bis drei Prozentpunkten über oder unter den letztlich angegebenen Messwerten liegt. Den Korridor dieses statistischen Fehlers zeigen wir ab sofort in unseren Grafiken zu Wahlumfragen.

Die Ergebnisse basieren immer auf Stichprobenbefragungen. Diese decken in der Regel nur spezielle Teile der Bevölkerung ab (zum Beispiel Menschen mit Festnetz-Telefonanschluss oder Internetnutzer). Einige potenzielle Teilnehmer sind ablehnend und wollen erst gar nicht befragt werden. Fragen werden mitunter auch falsch verstanden und nicht immer aufrichtig beantwortet. Zum Beispiel auch in Reaktion auf vorangegangene Umfragen. Um jedoch ein allgemeines Meinungsbild über alle Bevölkerungsgruppen hinweg zu berechnen, müssen die Demoskopen fehlende Messwerte und vermutete Ungenauigkeiten ausgleichen und die vorliegenden Zahlen neu gewichten. Diese (in der Regel nicht transparenten) Formeln unterscheiden sich in den Instituten und führen daher zu unterschiedlichen Aussagen.

Umfragewerte sind immer Momentaufnahmen. Mehr als eine grobe Tendenz für ein Meinungsbild lässt sich daraus nicht ableiten. Selbst wenn die Aussagen und Berechnungen zum Veröffentlichungszeitpunkt der Umfrage nahe an der Realität liegen, ist immer noch offen, ob die damals befragten Wähler zum Beispiel später tatsächlich ihre Stimme abgeben oder sich kurzfristig umentscheiden.

Weitere Hintergründe über unseren Umgang mit Wahlumfragen finden Sie in unserem Transparenzblog Glashaus.