Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat sich für einen höheren Mindestlohn ausgesprochen. "Ich finde, dass zwölf Euro Mindestlohn angemessen sind", schrieb er in einem Gastbeitrag für die Bild. "Am Lohn sollten Unternehmen nicht sparen", so der Vizekanzler weiter.

Bereits mehrere Parteikolleginnen und -kollegen hatten vorgeschlagen, den Mindestlohn auf zwölf Euro pro Stunde anzuheben, darunter SPD-Chefin Andrea Nahles, Juso-Chef Kevin Kühnert und der Vizepräsident des Deutschen Bundestages Thomas Oppermann.

Dieser forderte erst kürzlich, die SPD müsse ihr linkes Profil schärfen. Es gebe einen Niedriglohnsektor, "in dem die Menschen extrem hart arbeiten, aber mit dem Netto nicht zufrieden sein können", sagte der frühere Fraktionsvorsitzende.

Auch die Linke fordert schon lange, den gesetzlichen Mindestlohn auf mindestens zwölf Euro zu erhöhen – seit dem 1. Januar 2017 liegt er bei 8,84 Euro. Laut Mindestlohngesetz wird der gesetzliche Mindestlohn alle zwei Jahre neu festgelegt.

Im Juni 2018 hat die Mindestlohnkommission empfohlen, den gesetzlichen Mindestlohn in zwei Schritten zu erhöhen. Demnach soll er im kommenden Jahr auf 9,19 Euro und 2020 auf 9,35 Euro pro Stunde steigen.