Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für eine weitere Erhöhung des Pflegebeitrags für Kinderlose ausgesprochen. Dem Tagesspiegel sagte Spahn, er wolle für die Pflegeversicherung über "eine angemessene Beteiligung von Kinderlosen" diskutieren. Indem Eltern künftige Beitragszahlerinnen und Beitragszahler großzögen, sicherten sie das System für die Zukunft, sagte der Minister.

Derzeit ist der Beitragssatz in der Pflegeversicherung für Kinderlose um 0,25 Prozentpunkte höher als der für Versicherte mit Kindern. Dieses Prinzip bezeichnete Spahn als sinnvoll und wichtig. Zum Jahreswechsel steigt der Satz für alle Versicherten um 0,5 Punkte: Kinderlose müssen dann 3,30 Prozent ihres Einkommens in die Pflegeversicherung einzahlen, für Eltern sind es 3,05 Prozent.

Einem Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums zufolge sichert diese Anhebung mittelfristig die Finanzierung. Ziel sei nicht die unmittelbare Beitragserhöhung für Kinderlose, sondern eine langfristige Stabilisierung der Pflegeversicherung.

Spahn forderte zudem höhere Zuweisungen für den Pflegevorsorgefonds. Pro Jahr würden aktuell 1,4 Milliarden bereitgestellt. "Da ginge mehr, damit auch nach 2030 noch genug Geld da ist, wenn die große Zahl der Babyboomer pflegebedürftig wird", sagte der CDU-Politiker. Der Pflegevorsorgefonds, in dem ein Anteil von 0,1 Prozentpunkten der Pflegeversicherungsbeiträge pro Jahr angelegt wird, soll als Rücklage für die Zeit bereitstehen, in der die geburtenstarken Jahrgänge ins Pflegealter kommen. Der Fonds wird von der Bundesbank verwaltet.

Nach Ansicht des Gesundheitsministers braucht es in Deutschland "eine Grundsatzdebatte darüber, was Pflegeversorgung leisten und wie hoch der Eigenanteil sein soll". Die Kosten nähmen zu: In weniger als zehn Jahren seien die Leistungsausgaben von 20 auf 35 Milliarden Euro gestiegen.