Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat Fehler in der sogenannten Berateraffäre eingeräumt. Die Art und Weise, wie Beratungsleistungen abgerufen worden seien, sei in Teilen nicht in Ordnung gewesen, sagte von der Leyen dem Magazin Stern. "Da müssen wir ran." Die Ministerin kündigte an, eine zentrale Vergabestelle einzurichten und auch die Fachaufsicht über nachgeordnete Ämter zu stärken.

Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft derzeit eine Anzeige gegen das Verteidigungsministerium. Dabei geht es um Vorwürfe, externe Berater seien vorsätzlich als Scheinselbstständige beschäftigt worden. Zuvor hatte bereits der Bundesrechnungshof dem Ministerium vorgeworfen, Verträge an Unternehmensberater unrechtmäßig vergeben zu haben.

Von der Leyen machte in dem Interview deutlich, dass sie auch in Zukunft weiterhin gerade im IT-Bereich auf Expertise von außen angewiesen sei. Sie setzt unter anderem bei der pannengeplagten Rüstungsbeschaffung seit Langem stark auf externe Berater. 

Der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Tobias Lindner, sieht die Äußerungen der Verteidigungsministerin skeptisch. Die Ministerin kündige in dem Interview Maßnahmen an, über die sie den Verteidigungsausschuss bereits vor zwei Wochen informiert habe, kritisierte Lindner. "Ob das wirklich von Einsicht in der Berateraffäre zeugt oder eher eine PR-Nummer zur Selbstverteidigung ist, bleibt ihr Geheimnis."