Beide Partner der großen Koalition auf Bundesebene verloren bei der hessischen Landtagswahl viele Wählerinnen und Wähler an andere Parteien. Der Blick auf die Wählerwanderung macht die Unzufriedenheit mit CDU und SPD deutlich sichtbar.

Viele dieser Wechselwähler entschieden sich sogar bewusst, der Bundesregierung einen Denkzettel zu verpassen. 73 Prozent der nun abgewanderten hessischen CDU-Wähler gaben das in einer Umfrage von infratest dimap an. Auch 53 Prozent der ehemaligen SPD-Wähler hatten dieses Motiv.

Wohin wanderten die Wählerinnen und Wähler ab?

Zunächst: Die Lage innerhalb der (bisherigen) Wählerschaft der CDU ist polarisiert. Das zeigt sich auch daran, dass sie die meisten Wähler an zwei sehr unterschiedliche Parteien verloren. 96.000 wanderten zur rechtspopulistischen AfD ab. 108.000 machten wiederum ihr Kreuz bei den auch in Hessen erstarkten Grünen.

Noch deutlicher verlor der Groko-Partner SPD Stimmen an die Grünen. 142.000 ihrer bisherigen Wähler gaben ihr Votum nun an den aktuellen Wiesbadener Regierungspartner um Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir. 39.000 wählten nun AfD. Nur 44 Prozent ihrer Wähler konnten die Sozialdemokraten im Vergleich zu 2013 halten.

Die Frustration bei bisherigen CDU- und SPD-Wählern war groß. Zusammen blieben rund 200.000 ihrer bisherigen Wähler am Wahlsonntag ganz zu Hause. Alle anderen in den hessischen Landtag gewählten Parteien konnten übrigens in Summe mehr Nichtwähler aktivieren, als sie an solche verloren. Besonders die AfD profitierte hier. Die Rechtspopulisten holten die Stimmen von 32.000 Hessinnen und Hessen, die bei der vorherigen Wahl zu Hause geblieben waren.

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