Bayern - Markus Söder als Ministerpräsident vereidigt Mit 110 von 202 Stimmen hat der bayerische Landtag Markus Söder zum Ministerpräsidenten gewählt. Dieser lobte die Koalitionsverhandlungen mit den Freien Wählern. © Foto: Sven Hoppe/dpa

Der bayerische Landtag hat Markus Söder wie erwartet zum Ministerpräsidenten gewählt. Der CSU-Politiker erhielt in der geheimen Abstimmung im Landtag die notwendige einfache Mehrheit der Stimmen. Wie Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) bekannt gab, erhielt Söder 110 von 202 abgegebenen Stimmen.

Bei der Landtagswahl am 14. Oktober hatte die CSU zwar ihre absolute Mehrheit verloren, war aber dennoch stärkste Kraft im Landtag geworden. Mit den Freien Wählern bildete sie daraufhin die erste schwarz-orange Koalition. Insgesamt verfügt die neue bayerische Landesregierung über 112 Stimmen. Im Parlament in München sind sechs Fraktionen mit 205 Abgeordneten vertreten.

Söder hielt im Anschluss seiner Wahl eine kurze Rede, die explizit nicht als Regierungserklärung verstanden werden sollte. Darin sagte er: "Ich werde das Beste geben, was ich zu geben habe." Der Wahlkampf, der hinter ihm und seiner CSU liege, sei hart gewesen. Er warb dafür, in den kommenden Jahren in Bayern einen "gemeinsamen Stil" zu entwickeln, der hart in der Sache bleibe, aber auch Respekt für den anderen zeige.

Söder wirbt für Optimismus

Jeder Landtagsabgeordnete versuche, das Beste zu geben. "Stil und Anstand sind wichtig", daher solle jeder sich bemühen, die Argumente des anderen verstehen zu wollen. "Das Ringen um das Beste macht den Parlamentarismus stark, nicht das Verächtlichmachen des anderen", sagte Söder. Die Abgeordneten sollten nicht nur das Negative herauskehren, sondern "ein bisschen optimistischer" an alle Themen herangehen. Fernab aller Parteiprogramme gehe es darum, den Wohlstand Bayerns zu vermehren und Schaden abzuwenden, so Söder.

Noch vor der Wahl des Ministerpräsidenten war es zu einem ersten Rededuell der neuen Fraktionen gekommen. Während CSU und Freie Wähler ihre neue Koalition als Garanten für Stabilität und nachhaltige Entwicklung in Bayern verteidigten, ging die Opposition hart mit Schwarz-Orange ins Gericht.

Im März dieses Jahres war Söder erstmals zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Der 51-Jährige folgte auf CSU-Chef Horst Seehofer, der als Bundesinnenminister nach Berlin gewechselt war.

CSU und Freie Wähler hatten am Sonntag dem Koalitionsvertrag zugestimmt, die Vereidigung der Minister und Staatssekretäre ist für den 12. November vorgesehen. Die Freien Wähler werden künftig drei Ministerien führen, ihr Chef Hubert Aiwanger wird Chef des Wirtschaftsressorts.