Friedrich Merz wehrt sich gegen Kritik an seinen Tätigkeiten in der Finanzwirtschaft. Zugleich verurteilte der Kandidat für den CDU-Parteivorsitz Steuertricks zulasten der Staatskasse. "Aktiengeschäfte wie Cum-Ex und Cum-Cum dienen letztlich dazu, die Steuerzahler auszunehmen", sagte der frühere Unionsfraktionschef der Süddeutschen Zeitung. Derartige Geschäfte seien vollkommen unmoralisch, unabhängig von der juristischen Bewertung. "Dieser Meinung war ich schon immer und habe dies auch immer zum Ausdruck gebracht."

Merz arbeitet seit seinem Ausscheiden aus der Politik in einer Anwaltskanzlei und hat mehrere Mandate von Unternehmen inne. So ist er Aufsichtsratschef des Vermögensverwalters BlackRock Deutschland und Mitglied im Aufsichtsrat der Privatbank HSBC Deutschland.

Die Süddeutsche Zeitung zitiert Aufsichtsratskreise, denen zufolge das Kontrollgremium der Bank sich regelmäßig mit dem Thema Cum-Ex-Geschäfte befasste, nachdem die Staatsanwaltschaft Düsseldorf 2016 Ermittlungen aufgenommen hatte. Ein HSBC-Sprecher sagte der Zeitung: "HSBC Deutschland hat sich nicht bewusst an solchen Geschäften beteiligt." Es gehe um einen kleinen zweistelligen Millionenbetrag an fraglichen Steuergutschriften aus den Jahren 2005 bis 2011. Damit würde die Bank nicht zu den Hauptakteuren im Cum-Ex-Skandal gehören.

Die Antikorruptionsorganisation Transparency Deutschland hatte sich kritisch über Merz geäußert. "Friedrich Merz wird den Mitgliedern der CDU erklären müssen, wie er sich in seinen diversen Funktionen in der Finanzwirtschaft für ein gesellschaftlich verantwortliches Handeln seiner Auftraggeber eingesetzt hat – etwa als Aufsichtsrat der Privatbank HSBC Deutschland, die in Cum-Ex-Geschäfte verwickelt war", sagte die Transparency-Vorsitzende Edda Müller der Deutschen Presse-Agentur.