Annegret Kramp-Karrenbauer hat gefordert, im Wettbewerb um den CDU-Vorsitz fair vorzugehen. "Es darf kein ruinöser Wettbewerb sein, der am Ende eine Partei zurücklässt, die nicht mehr geschlossen ist", sagte die Politikerin, die selbst für die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel kandidiert.

Über Twitter hatte die CDU-Generalsekretärin angekündigt, sich am Mittwoch erstmals öffentlich zu ihrer Kandidatur äußern zu wollen. Sie sei überzeugt, "dass ich das mitbringe, was man als Parteivorsitzende braucht, um eine Partei nach vorne zu bringen", sagte sie. Die Saarländerin gilt als aussichtsreiche Kandidatin für die Nachfolge Merkels. Sie war einstimmig vom Landesvorstand ihrer Partei als Kandidatin der CDU Saar nominiert worden. Ihre Arbeit als Generalsekretärin lässt sie wegen ihrer Bewerbung weitgehend ruhen.

Neben Kramp-Karrenbauer kandidieren auch Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn. Neben den drei aussichtsreichsten Kandidaten haben bislang weitere neun CDU-Mitglieder ihre Kandidatur für den Parteitag Anfang Dezember in Hamburg angemeldet.

"Es ist ein guter Befund, dass wir jetzt nicht wochenlang auf die Suche gehen müssen." Es gebe vielmehr gleich mehrere geeignete Kandidaten für den Parteivorsitz. "Das ist Ausdruck von der Qualität dieser Partei", sagte Kramp-Karrenbauer.

Nordrhein-Westfalen hat großes Gewicht bei Abstimmung

Spahn und Merz warben bereits in ihrem Heimatverband Nordrhein-Westfalen für sich. Wie erwartet, gab die nordrhein-westfälische CDU bekannt, dass sie sich nicht auf einen Kandidaten für die Nachfolge Merkels festlegen möchte. Jeder Delegierte des Parteitags könne sich somit selbst ein Bild machen und entscheiden, sagte der Landesparteichef und nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet. "Ich schätze alle drei und so geht es vielen in unserem Landesverband." Nordrhein-Westfalen hat beim Bundesparteitag in Hamburg mit fast einem Drittel der fast 1.000 Delegierten besonders großes Gewicht.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) geht nach eigenen Worten fest davon aus, dass Merkel nach ihrem Abschied als Parteivorsitzende noch eine längere Zeit Kanzlerin bleibt. Es seien mit Merkel gute Jahre für die Union und für Deutschland gewesen. "Und es werden weitere gute folgen, weil wir auch weiterhin sehr gut, sehr eng und sehr vertrauensvoll als Fraktion mit ihr als Bundeskanzlerin zusammenarbeiten werden", sagte er. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte, er habe großes Interesse daran, dass die große Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 regiere.