Im Dezember entscheidet sich, wer den CDU-Bundesvorsitz übernehmen wird. Laut aktuellem ARD-Deutschlandtrend wünschen sich 46 Prozent der CDU-Anhänger, dass Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer Merkels Nachfolge antritt. 31 Prozent der CDU-Unterstützer sind dafür, dass Friedrich Merz den Vorsitz übernimmt. Nur zwölf Prozent sprechen sich laut der aktuellen Umfrage für Gesundheitsminister Jens Spahn aus.

CDU-Chefin Angela Merkel hatte nach dem schlechten Ergebnis der CDU bei der Landtagswahl in Hessen im Oktober angekündigt, nicht wieder für den Parteivorsitz zu kandidieren. Die Wahl des neuen Vorsitzenden der CDU gilt als richtungsweisend für den künftigen Kurs der CDU. Kramp-Karrenbauer gilt als Merkel-Vertraute und trotz einiger konservativer Positionen als Vertreterin der Mitte. Sowohl Merz als auch Spahn werden dem konservativen Flügel zugerechnet. Am 7. Dezember sollen 1001 Delegierte in Hamburg entscheiden, wer die Christdemokraten künftig führt.

Trotz ihres Verzichts auf den CDU-Vorsitz will Merkel als Bundeskanzlerin bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 regieren. Laut aktuellem Deutschlandtrend befürworten das 56 Prozent der Befragten. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als noch im Januar.

Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte vergangene Woche angekündigt, sein Amt als CSU-Parteivorsitzender niederzulegen. Innenminister wolle er jedoch weiterhin bleiben. 73 Prozent der Befragten sprechen sich in der Umfrage dafür aus, dass er auch das Ministeramt abgibt. Auch 74 Prozent der Unionsanhänger befürworten das.

Grünen derzeit zweitstärkste Kraft

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union der Umfrage zufolge auf 26 Prozent. Die Grünen sind demnach mit 23 Prozent zweitstärkste Kraft – sie gewinnen sechs Prozentpunkte hinzu. Die SPD liegt unverändert bei 14 Prozent gleichauf mit der AfD. Auch die FDP verliert: Sie kommt derzeit auf acht, die Linke auf neun Prozent.

Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche bundesweit 1.506 Wahlberechtigte.

Über die Unsicherheiten von Umfragen

Repräsentative Umfragen unterliegen immer Fehlern. Man kann davon ausgehen, dass der tatsächliche Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Bereich von einem bis drei Prozentpunkten über oder unter den letztlich angegebenen Messwerten liegt. Den Korridor dieses statistischen Fehlers zeigen wir ab sofort in unseren Grafiken zu Wahlumfragen.

Die Ergebnisse basieren immer auf Stichprobenbefragungen. Diese decken in der Regel nur spezielle Teile der Bevölkerung ab (zum Beispiel Menschen mit Festnetz-Telefonanschluss oder Internetnutzer). Einige potenzielle Teilnehmer sind ablehnend und wollen erst gar nicht befragt werden. Fragen werden mitunter auch falsch verstanden und nicht immer aufrichtig beantwortet. Zum Beispiel auch in Reaktion auf vorangegangene Umfragen. Um jedoch ein allgemeines Meinungsbild über alle Bevölkerungsgruppen hinweg zu berechnen, müssen die Demoskopen fehlende Messwerte und vermutete Ungenauigkeiten ausgleichen und die vorliegenden Zahlen neu gewichten. Diese (in der Regel nicht transparenten) Formeln unterscheiden sich in den Instituten und führen daher zu unterschiedlichen Aussagen.

Umfragewerte sind immer Momentaufnahmen. Mehr als eine grobe Tendenz für ein Meinungsbild lässt sich daraus nicht ableiten. Selbst wenn die Aussagen und Berechnungen zum Veröffentlichungszeitpunkt der Umfrage nahe an der Realität liegen, ist immer noch offen, ob die damals befragten Wähler zum Beispiel später tatsächlich ihre Stimme abgeben oder sich kurzfristig umentscheiden.

Weitere Hintergründe über unseren Umgang mit Wahlumfragen finden Sie in unserem Transparenzblog Glashaus.