Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen soll seine Partei in die Wahl zum Europaparlament im Mai 2019 führen. Die Europawahlversammlung der AfD wählte ihn in Magdeburg mit 483 von 535 abgegebenen Stimmen auf den ersten Listenplatz. Er war der einzige Kandidat. Meuthen, der die AfD gemeinsam mit Alexander Gauland führt, ist seit Ende 2017 Mitglied des Europäischen Parlaments – als bisher einziger AfD-Abgeordneter. Er rückte für Beatrix von Storch nach, die in den Bundestag gewählt wurde.

In seiner Bewerbungsrede griff Meuthen den Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck an. Dieser stehe mit seiner Ablehnung eines "Europas der Vaterländer" für ein "links-rot-grün verseuchtes 68er-Deutschland". Friedrich Merz, der sich um den CDU-Vorsitz bewirbt, betitelte Meuthen als "pseudokonservativen Totalausfall".

Die AfD-Delegierten wollen bis Montag 40 Kandidaten für die Europawahl bestimmen. Meuthen stellte klar, dass er nicht für einen EU-Austritt Deutschlands plädiere. "Wir treten nicht an, um die EU kaputt zu machen." Die AfD werde aber die Mehrheitsverhältnisse im Europaparlament "ganz entschieden verändern". Zu ihren Bündnispartnern zählte er den italienischen Lega-Chef Matteo Salvini, den österreichischen FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache und den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán.   

In der aktuellen Spendenaffäre stärkte die Parteispitze auf dem Treffen die Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel. "Der Bundesvorstand sieht keinerlei Verschulden", hieß es in einer Erklärung. Alle vorübergehend eingegangenen Zahlungen seien von der Partei zurückgezahlt worden.