Schon seit einigen Jahren baut die Bundestagsverwaltung am Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, dem Bundestagsgebäude an der Spree in Berlin. Schon 2012 sollte der Erweiterungsbau eigentlich fertig sein. Doch weil durch Risse in Bodenplatten Wasser ins Gebäude eindringe, seien die Keller unbenutzbar, und die Bauarbeiten hätten noch nicht beendet werden können, berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS).

Über die Probleme mit dem Anbau wurde bereits in den vergangenen Jahren immer wieder berichtet. Doch die Sanierung ist laut FAS schwierig. "Jetzt kann es sogar passieren, dass der Neubau wieder abgerissen werden muss, bevor die Abgeordneten überhaupt einziehen konnten", schreibt das Blatt.

Wer dafür verantwortlich sei, solle "in Kürze" ein Gutachten klären. Doch einen großen Teil habe das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung beigetragen.

In einem Rechtsstreit zwischen dem Amt und dem Hersteller der fraglichen Bodenplatten habe das Düsseldorfer Oberlandesgericht demnach befunden: Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung könne nicht nachweisen, dass die Firma ihren Auftrag schlampig ausgeführt hat. "Die Richter beziehen sich auf mehrere Gutachten, aus denen hervorgeht, dass der Bau schlecht geplant worden war. Vom Bundesbauamt", schreibt die FAS. Auch ein internes Papier der Bundestagsverwaltung stelle der Behörde "ein miserables Zeugnis" aus.

Der FAS zufolge gibt es mehrere "Problemfälle". Der Neubau des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses jedoch sei der schwierigste. Die Zeitung zitiert Wolfgang Kubicki, im Bundestag Vorsitzender der Kommission des Ältestenrates für Bau- und Raumangelegenheiten: "Momentan spricht viel dafür, dass es saniert werden kann, ganz sicher ist es nicht."

Selbst wenn die Risse geschlossen würden, könne das Wasser sich neue Wege suchen. Im Zweifel würde Kubicki das Haus lieber abreißen, statt sich eine Endlosbaustelle aufzuhalsen. "Einmal Flughafen Berlin-Brandenburg reicht." Neuer Termin für die Übergabe des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses sei nun 2021.