CDU-Parteivorsitz - Gemeinsamer Auftritt von Spahn, Kramp-Karrenbauer und Merz Die drei Kandidaten auf den CDU-Parteivorsitz haben sich bei der Frauen-Union vorgestellt. Ohne Frauen sei keine Volkspartei zu machen, sagte Annegret Kramp-Karrenbauer. © Foto: Michael Kappeler/dpa

Wer übernimmt im Dezember den CDU-Vorsitz von Angela Merkel? Geht es nach der Mehrheit der Deutschen, hat Annegret Kramp-Karrenbauer laut dem ZDF-Politbarometer die besten Chancen. Die Meinungsforscher von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragten dafür 1.200 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. 31 Prozent davon halten Kramp-Karrenbauer für die beste Kandidatin. Für den ehemaligen Unionsfraktionschef Friedrich Merz sprachen sich 25 Prozent aus. Gesundheitsminister Jens Spahn schnitt im Vergleich deutlich schlechter ab: Nur sechs Prozent aller Befragten würden ihn als CDU-Chef bevorzugen. 23 Prozent der Befragten ist es egal, wer den CDU-Vorsitz übernimmt. 

Unter den CDU-Anhängerinnen und -Anhängern ist die Stimmverteilung ähnlich. Hier sagten 35 Prozent, sie seien für Kramp-Karrenbauer. Für Merz waren 33 Prozent, für Spahn nur sieben Prozent. 14 Prozent der Unionsanhänger sagten, ihnen sei es gleich.

Fragt man nach der Einigung als Bundeskanzlerin (oder Bundeskanzler), halten 41 Prozent Kramp-Karrenbauer für geeignet. 35 Prozent sagten, die Politikerin sei nicht geeignet. Merz wird etwas kritischer bewertet. Jens Spahn halten nur wenige für geeignet, 58 Prozent der Befragten sagten, sie hielten ihn für keinen guten Bundeskanzler.

Am Freitagnachmittag wollen sich Kramp-Karrenbauer, Spahn und Merz erstmals gemeinsam vor CDU-Mitgliedern präsentieren. Alle drei stellen sich bei der Frauen-Union in Berlin vor. Die CDU-Regionalkonferenzen, bei denen sich die Kandidaten nach und nach der Basis vorstellen wollen, sollen kommende Woche starten.

Angela Merkel soll Kanzlerin bleiben

Bundeskanzlerin Angela Merkel selbst ist durch ihren Rückzug vom Parteivorsitz offenbar wieder in der Gunst der Deutschen gestiegen. Laut dem Politbarometer finden 78 Prozent aller Befragten gut, das sie auf dem CDU-Parteitag im Dezember nicht mehr für den Vorsitz kandidieren wird. Nur 18 Prozent sagten, sie fänden die Entscheidung nicht gut. 

Eine Mehrheit von 63 Prozent findet es zudem gut, wenn Merkel bis zum Ende der regulären Legislaturperiode Kanzlerin bleibt. 34 Prozent wollen das nicht. Das ist eine deutliche Verbesserung: Vor drei Wochen wollten nur 40 Prozent, dass sie Kanzlerin bleibt. 56 Prozent waren dagegen. Auch in der Top Ten der beliebtesten Politiker hat sich Merkel verbessert.

Seehofer soll gehen

Bundesinnenminister Horst Seehofer hingegen bleibt unbeliebt. Nur 27 Prozent finden gut, wenn er sein Amt behält. Dagegen wollen 68 Prozent, dass er nicht Bundesinnenminister bleibt. Unterscheidet man nach Parteianhängern, so steht lediglich eine deutliche Mehrheit der AfD-Anhänger hinter ihm: 67 Prozent. Unter den Anhängern aller anderen Parteien aber ist die Mehrheit gegen sein Verbleiben im Amt. Von den Unionsanhängerinnen und -anhängern möchten 67 Prozent, dass er geht, und nur 31 Prozent, dass er bleibt.

In der sogenannten Sonntagsfrage gewinnen die Grünen weiter an Stimmen. Wäre am Sonntag Bundestagswahl erhielten sie 22 Prozent der Stimmen – das sind zwei Prozentpunkte mehr als im letzten Politbarometer. Die Unionsparteien mit 27 Prozent und die SPD mit 14 Prozent blieben hingegen unverändert bei ihren bisherigen Tiefstwerten. Die AfD erhielte 14 Prozent der Stimmen, zwei Prozentpunkte weniger. Die FDP erhielte neun Prozent, einen Prozentpunkt mehr, die Linke ebenfalls neun Prozent, einen Prozentpunkt weniger. Erstmals seit Dezember 2015 hätte damit eine schwarz-grüne Koalition wieder eine rechnerische Mehrheit im Parlament.

Sollte die Koalition aus Union und SPD vorzeitig scheitern, wären 71 Prozent der Befragten für Neuwahlen. Nur 25 Prozent hätten dann lieber die Bildung einer Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen.