Laut dem aktuellen ARD-DeutschlandTrend wünscht sich weiterhin eine Mehrheit, dass Annegret Kramp-Karrenbauer das Amt des CDU-Vorsitzes im Dezember übernimmt. 39 Prozent der Befragten trauen der Generalsekretärin den Posten am ehesten zu, heißt es im DeutschlandTrend des ARD-Morgenmagazins. Unter CDU-Anhängerinnen entschieden sich laut der Umfrage sogar 48 Prozent für Kramp-Karrenbauer ­ – das sind zwei Prozentpunkte mehr als bei der letzten Befragung Mitte November.

Für Friedrich Merz würden sich demnach 26 Prozent aller Befragten entscheiden, unter den CDU-Unterstützern kommt Merz auf 35 Prozent. Auch das entspricht einer Steigerung von vier Prozentpunkten. Deutlich geringer ist die Zustimmung für Gesundheitsminister Jens Spahn. Unter allen Befragten kommt Spahn auf neun Prozent, von den CDU-Anhängern würden sich nur zwei Prozent für ihn entscheiden – zehn Prozentpunkte weniger als in der Umfrage vor zwei Wochen.

CDU-Chefin Angela Merkel hatte nach dem schlechten Ergebnis der CDU bei der Landtagswahl in Hessen im Oktober angekündigt, nicht wieder für den Parteivorsitz zu kandidieren. Kramp-Karrenbauer, Merz und Spahn gelten als aussichtsreichste Kandidatinnen für den CDU-Vorsitz. Wer den Posten übernimmt, entscheiden die Delegierten des Bundesparteitags am 7. Dezember in Hamburg. Am Freitag findet die letzte von acht Regionalkonferenzen in Berlin statt. Damit endet die Vorstellungstour der drei bei den Delegierten und CDU-Parteimitgliedern.

CDU gewinnt dazu

Den Wettbewerb um den CDU-Vorsitz bewerten 55 Prozent der Befragten positiv. Das schlägt sich auch in den Umfragen nieder: Wäre am Sonntag Bundestagswahl, käme die Union aus CDU und CSU demnach auf 28 Prozent der Stimmen – zwei Prozentpunkte mehr als vor zwei Wochen. Die SPD liegt unverändert bei 14 Prozent. Auf die Grünen würden 21 Prozent der Stimmen entfallen, zwei Prozentpunkte weniger als vor zwei Wochen. Für die AfD würden sich 15 Prozent der Befragten entscheiden, für die FDP neun und für die Linke acht.

Für die Umfrage wurden von dem Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche bundesweit 1.052 Wahlberechtigte befragt. 

Über die Unsicherheiten von Umfragen

Repräsentative Umfragen unterliegen immer Fehlern. Man kann davon ausgehen, dass der tatsächliche Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Bereich von einem bis drei Prozentpunkten über oder unter den letztlich angegebenen Messwerten liegt. Den Korridor dieses statistischen Fehlers zeigen wir ab sofort in unseren Grafiken zu Wahlumfragen.

Die Ergebnisse basieren immer auf Stichprobenbefragungen. Diese decken in der Regel nur spezielle Teile der Bevölkerung ab (zum Beispiel Menschen mit Festnetz-Telefonanschluss oder Internetnutzer). Einige potenzielle Teilnehmer sind ablehnend und wollen erst gar nicht befragt werden. Fragen werden mitunter auch falsch verstanden und nicht immer aufrichtig beantwortet. Zum Beispiel auch in Reaktion auf vorangegangene Umfragen. Um jedoch ein allgemeines Meinungsbild über alle Bevölkerungsgruppen hinweg zu berechnen, müssen die Demoskopen fehlende Messwerte und vermutete Ungenauigkeiten ausgleichen und die vorliegenden Zahlen neu gewichten. Diese (in der Regel nicht transparenten) Formeln unterscheiden sich in den Instituten und führen daher zu unterschiedlichen Aussagen.

Umfragewerte sind immer Momentaufnahmen. Mehr als eine grobe Tendenz für ein Meinungsbild lässt sich daraus nicht ableiten. Selbst wenn die Aussagen und Berechnungen zum Veröffentlichungszeitpunkt der Umfrage nahe an der Realität liegen, ist immer noch offen, ob die damals befragten Wähler zum Beispiel später tatsächlich ihre Stimme abgeben oder sich kurzfristig umentscheiden.

Weitere Hintergründe über unseren Umgang mit Wahlumfragen finden Sie in unserem Transparenzblog Glashaus.