Altersvorsorge über Aktien sollte nach Auffassung von Friedrich Merz, einem der drei wichtigen Kandidaten für den künftigen CDU-Vorsitz, steuerlich begünstigt werden. "Wir sollten die Aktienmärkte nutzen, um langfristig eine bessere Vermögens- und Kapitalbildung in den privaten Haushalten zu schaffen", sagte der frühere Unionsfraktionschef der Welt am Sonntag. Dann werde für viele Menschen in Deutschland der Erwerb eines Eigenheims leichter werden. Dies sei ein altes Versprechen der CDU.

Merz ist Aufsichtsratsvorsitzender beim Vermögensverwalter Blackrock Deutschland. Sollten die Deutschen mehr Geld in Aktien investieren, könnte das Unternehmen davon profitieren. Mit zuletzt rund 6,4 Billionen Dollar an Anlegergeldern ist BlackRock der größte Vermögensverwalter der Welt. Die Firma ist über diverse Branchen und Sektoren hinweg einer der wichtigsten Investoren rund um den Globus und hält auch Aktienpakete an etlichen deutschen Großkonzernen.

Die Politik sollte laut Merz Finanzprodukte fördern, indem sie steuerliche Anreize gibt. "Denkbar wäre ein jährlicher Freibetrag, unter dem man einen auf Aktien basierten Spar- oder Vorsorgeplan aufbaut", sagte Merz. "Dieser dürfte im Alter nicht mehr nachversteuert werden. Zentral ist, dass dieses Aktienpaket ausschließlich der Alterssicherung dient und erst dann abschlagsfrei aufgemacht werden darf, wenn die gesetzliche Altersgrenze erreicht worden ist."

Im Bundeshaushalt stünden jedes Jahr 100 Milliarden Euro, um die Rentenversicherung zu stabilisieren, rechnete Merz vor. "Da müsste ein kleiner einstelliger Milliardenbetrag, der zusätzlich anfällt, wenn entsprechende Freibeträge eingeführt werden, zu verkraften sein."