Der AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Räpple hat mit seinem Verhalten einen Tumult im baden-württembergischen Landtag ausgelöst. Weil er den Saal trotz Aufforderung des Landtagspräsidiums nicht verlassen wollte, wurde die Sitzung am Vormittag für einige Minuten unterbrochen.

Die Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) hatte Räpple nach einigen lauten Zwischenrufen mehrfach des Saales verwiesen. Räpple verweigerte sich aber und blieb demonstrativ auf seinem Platz sitzen. "Nein, ich bleibe hier", rief er Aras entgegen.

Die Sitzung wurde daraufhin unterbrochen. Erst auf Druck von drei Polizeibeamten verließ Räpple schließlich den Saal. Daraufhin verließ die gesamte AfD-Fraktion aus Protest kurzfristig den Raum. Sie kehrten später ohne Räpple zurück. Anlass war eine von der AfD angestoßene Debatte unter anderem über Abtreibungen und vermeintliche "linksideologische Einflüsse" in Kindergärten.

Der Vorstand der AfD in Baden-Württemberg will Räpple aus der Partei ausschließen. Ein Parteiausschlussverfahren solle wegen Verstößen gegen die Grundsätze der Partei und wiederholten parteischädigenden Verhaltens in die Wege geleitet werden, teilte ein Landesverbandssprecher am Nachmittag mit. Die Entscheidung habe der Vorstand bereits am Dienstag getroffen.

Räpple hatte in den vergangenen Monaten immer wieder Schlagzeilen gemacht – etwa als er seine Politikerkollegen als "Koksnasen" bezeichnete oder in Chemnitz Seite an Seite mit Rechtsextremen marschierte. Aus Parteikreisen erfuhr ZEIT ONLINE zudem, dass Räpple vorgeworfen wird, auf einer Demonstration in Stuttgart widerrechtlich AfD-Symbole benutzt zu haben, ohne dies mit seinem Kreis- oder Landesverband abzustimmen.