CDU-Vorsitz - »Die CDU hat Höhen und Tiefen erlebt« Kanzlerin Angela Merkel blickt laut eigener Aussage dankbar auf ihre Zeit als Parteivorsitzende zurück. Sie freue sich nun auf ihre Arbeit als Kanzlerin, sagte Merkel. © Foto: Michael Kappeler/dpa

Vor der Neuwahl des CDU-Vorsitzes hat sich Angela Merkel dankbar für ihre Zeit als Parteivorsitzende geäußert. Sie sei gespannt auf die Wahl ihres Nachfolgers oder ihre Nachfolgerin, sagte Merkel bei ihrem Rundgang durch die Halle auf dem Messegelände in Hamburg. "Das ist Demokratie pur, wenn Auswahl besteht."  

Auf dem CDU-Parteitag in Hamburg sollen die 1.001 Delegierten am Freitag über die Nachfolge Merkels an der Parteispitze entscheiden. Sie gibt seit mehr als 18 Jahren den Vorsitz ab.

Die 18 Jahre seien eine "lange, lange Zeit" gewesen. "Und in dieser Zeit hat die CDU natürlich Höhen und Tiefen erlebt", sagte Merkel. "Aber sie hat auch die Bundestagswahl vier Mal so gestalten können, dass wir die Bundeskanzlerin stellen." Sie sei dankbar für diese Zeit und freue sich, noch weiter als Bundeskanzlerin arbeiten zu können.

Sie machte erneut klar, dass sie gewillt sei, mit einer oder einem neuen Vorsitzenden als Kanzlerin weiterzuarbeiten. Es sei der Zeitpunkt gekommen, "wo einfach für die Bundestagswahl auch die Vorbereitungen getroffen werden müssen in Zeiten, die sich sehr stark ändern".

Um die Nachfolge Merkels bewerben sich CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. CDU-Bundesgeschäftsführer Klaus Schüler sagte, es gebe 15 weitere Mitglieder, die gegenüber der Parteizentrale die Bereitschaft bekundet hätten, als Vorsitzende zu kandidieren. Am Freitag bis 12.30 Uhr sind weitere Personalvorschläge möglich. Mögliche Mitbewerber müssen offiziell von einem Delegierten als Kandidat benannt werden. Delegierte haben auch die Möglichkeit, sich selbst vorzuschlagen.

Zuletzt hatten sich prominente CDU-Vertreter für Kramp-Karrenbauer oder Merz ausgesprochen, Spahn gilt als wenig aussichtsreich, seitdem Merz seine Kandidatur erklärte. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble etwa bezog Position für Merz und sagte, seine Wahl sei "das Beste für das Land". Diese Äußerung wurde auch als Distanzierung von Merkel verstanden. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier kritisierte Schäuble wegen dieser Wahlempfehlung. Der Vorstoß von Schäuble habe ihn überrascht und gewundert. Vor dem Hintergrund der Schäuble-Empfehlung bekundete Altmaier wiederum seine Sympathie für Kramp-Karrenbauer.

Merkel wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Empfehlungen äußern. Diese Wortmeldungen stünden alle im Rahmen von Meinungsfreiheit und Demokratie. Auf Regionalkonferenzen hatten sich in den vergangenen Wochen die Kandidaten den Parteimitgliedern vorgestellt.

Die Wahl für den CDU-Vorsitz ist geheim. Deswegen wird jeder Delegierte an seinem Platz eine Sichtabsperrung aus Pappe vorfinden, hinter der er sein Kreuz machen kann. Jeder hat eine Stimme. Erhält keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen, wird in einem zweiten Wahlgang erneut über die beiden Bestplatzierten abgestimmt.

Parteivorsitz - Die CDU vor der Wahl Nach 18 Jahren mit Angela Merkel an der Spitze bestimmt die CDU in Hamburg über ihren neuen Vorsitz. Als Favoriten gelten Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz. © Foto: Federico Gambarini/dpa