Die Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur Vorsitzenden der CDU hat unter Politikerinnen und Politikern anderer Parteien sehr unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Während Linke und AfD beklagen, die Wahl der CDU-Generalsekretärin bedeute ein Weiter so wie unter der bisherigen Parteichefin Angela Merkel, reagieren Grüne und FDP eher positiv und besonders wohlwollend verhält sich der Koalitionspartner. Die Reaktionen im Einzelnen:

"Sie treten in große Fußstapfen", twittert Andrea Nahles von der mitregierenden SPD. "Ich biete Ihnen gute Zusammenarbeit an." 

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sagt: "Die Koalition muss jetzt zeigen, dass sie gut regieren kann."

"Es ist nun die Aufgabe, die CDU zu einen", sagt FDP-Chef Christian Lindner. Eine Mehrheit des Parteitags habe sich für eine andere Strategie ausgesprochen, "hat dann aber eher Kontinuität gewählt", twittert er. "Wir freuen uns auf fairen Wettbewerb und gute Zusammenarbeit."

 "Wir freuen uns auf einen spannenden politischen Wettbewerb und die anstehenden inhaltlichen Debatten um die besten Ideen für unser Land und Europa", sagen die Grünen-Chefs Annalena Baerbock und Robert Habeck.

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin auf Twitter: "Und die erneute Lehre für #Schäuble und @_FriedrichMerz: don't mess with Merkel!"

Die Wahl bedeute nicht, dass "nun eine liberale und weltoffene CDU in die Zukunft startet", sagt Linken-Chefin Katja Kipping. Die Nachfolgerin von Angela Merkel "vertritt in Fragen von Gleichberechtigung und Migration einen reaktionären Kurs". 

Fraktionschefin Sahra Wagenknecht: "Zwar ist gut, dass die CDU nicht Blackrock-Merz als Parteichef gewählt hat", twittert sie. "Aber AKK steht für ein Weiter so. Eine soziale Wende ist mit einer CDU auch unter AKK nicht zu machen."

Kramp-Karrenbauer sei "die Fortsetzung von Merkel mit anderen Mitteln", sagt AfD-Chef Alexander Gauland.

"Kramp-Karrenbauer bedeutet: Weiter so!", ergänzt Fraktionsvorsitzende Alice Weidel. Mit der neuen Parteichefin werde sich "der Linkskurs der CDU fortsetzen". Damit hätten "auch die letzten konservativen Christdemokraten ihren Kampf verloren und in der Union keine politische Heimat mehr".

"Auf gute Zusammenarbeit mit der CSU!", twittert CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer. "In der Union sind aber nicht alle begeistert. Carsten Linnemann, Chef der Unions-Mittelstandsvereinigung, sagt: "Auch wenn viele in der CDU über das Ergebnis enttäuscht sind, bleibt die Chance auf einen Neustart." Es komme darauf an, "dass die neue Vorsitzende schnell eigene Akzente setzt, die auch verloren gegangene Wähler ansprechen".  

Annegret Kramp-Karrenbauer hatte sich bei der Wahl zur Nachfolge von Angela Merkel als Parteivorsitzende auf dem Parteitag in Hamburg im zweiten Wahlgang mit 517 Stimmen gegen Friedrich Merz durchgesetzt. Sie erhielt 51,7 Prozent der abgegebenen 999 Stimmen. Der dritte Bewerber, Gesundheitsminister Jens Spahn, war im ersten Wahlgang ausgeschieden.