Der Volkswagen-Konzern behindert offenbar die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen der Abgasnorm 5 anhand der von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vorgelegten technischen Richtlinien. Laut Informationen des Spiegel weigert sich der Autohersteller, die Umrüstfirmen bei der Konzeption von entsprechenden Systemen zu unterstützen. Man könne "die Entwicklungen der Hardware-Nachrüster aus haftungsrechtlichen Gründen nicht unterstützen", teilte VW auf Anfrage des Nachrichtenmagazins und des Bayerischen Rundfunks mit. An der Finanzierung der Umrüstung, für die VW 3.000 Euro je Pkw versprochen hat, wolle man jedoch festhalten.

Firmen, die eine Nachrüstung mit einem sogenannten SCR-System anbieten, müssen ab Januar nachweisen, dass die Fahrzeuge nach dem Eingriff nicht mehr als 270 Milligramm Stickoxide pro Kilometer ausstoßen. Die Technik des SCR-Katalysators basiert darauf, dass Harnstofflösung ins Abgas eingespritzt wird. Ist die Flüssigkeit aufgebraucht, muss es "ein deutliches optisches oder akustisches Dauersignal" im Auto geben, heißt es in der Richtlinie.

Volkswagen rät seinen Kundinnen und Kunden auch nach der Bekanntgabe der Richtlinien von einer Hardware-Nachrüstung durch Drittanbieter ab. "Alle uns bisher bekannten Konzepte weisen Nachteile für unsere Kunden auf, etwa Mehrverbrauch und damit erhöhte CO2-Emission, zum Teil auch Leistungsreduzierung", sagte VW-Entwicklungsvorstand Frank Welsch. Auch ließen sich nicht alle Euro-5-Fahrzeuge nachrüsten. Hinzu käme, dass selbst nach einem Umbau einige Modelle nicht den geforderten Richtwert von 270 Milligramm pro Kilometer unterschreiten würden, um so von möglichen Einfahrverboten ausgenommen zu werden. 

VW argumentiert zudem, dass die dauerhafte Funktionssicherheit der Technik nicht zu gewährleisten sei. Auch gebe es bis jetzt keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wie sich nachträgliche Eingriffe in das Steuerungssystem, die Komponenten und die Fahrzeugarchitektur im Dauerbetrieb langfristig auswirkten.