Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat die Bereitschaft des Regierungsflugzeugs in Schutz genommen. "Mit nur zwei Prozent Ausfallquote bei Regierungsflügen in den letzten beiden Jahren und einer durchschnittlichen Einsatzbereitschaft von 89 Prozent ist die Flugbereitschaft statistisch sehr zuverlässig", sagte von der Leyen der Bild. Wenn dann jedoch wichtige Flüge wie der der Bundeskanzlerin zum G20-Gipfel ausfielen, schmerze das umso mehr.

Die Ministerin wies darauf hin, dass die Flotte der Regierung nicht mit denen der Fluggesellschaften vergleichbar sei. Deshalb könne im Notfall nur schwer Ersatz gefunden werten, zitierte die Bild weiter.

Bundeskanzlerin Angela Merkel war am Donnerstag mit dem Regierungsflugzeug Konrad Adenauer – eins von zwei Flugzeugen der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums – auf dem Weg zum G20-Gipfel in Buenos Aires. Nach einer Stunde musste die Maschine jedoch umkehren, da nach Angaben der Luftwaffe eine elektronische Verteilerbox ausgefallen war. Merkel verpasste deshalb den Auftakt des Treffens und kam erst zum Abendprogramm des ersten Gipfeltages an.

Politiker bringt Privatisierung ins Gespräch

Nach Merkels verspäteter Anreise forderten mehrere Politiker eine transparente Aufklärung des Ausfalls. "Es stellt sich die Frage, ob und warum die Flugzeuge der Flugbereitschaft häufiger ausfallen als im zivilen Betrieb", sagte der Bundeswehrexperte der Grünen, Tobias Lindner, der Passauer Neuen Presse. Deshalb müsse der Fall "vollständig aufgeklärt werden".

"Wir sind dabei, uns lächerlich zu machen", sagte der FDP-Haushaltspolitiker Otto Fricke der Zeitung. "Der bürokratische und technische Murks, durch den die Flugbereitschaft immer wieder auffällt, kann so nicht weitergehen." Aus seiner Sicht könnte eine Privatisierung helfen. Dies sei "eine Möglichkeit, die es zu prüfen gilt".