Gerd Müller, der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (CSU), plant für das kommende Jahr eine Aktion gegen Kinderarbeit. Dem Tagesspiegel sagte Müller, er wolle eine "Kampagne gegen ausbeuterische Kinderarbeit" starten.

Nach Ansicht des Entwicklungsministers sollen auch deutsche Unternehmen verstärkt darauf achten, Produkte aus ärmeren Ländern zu fairen Preisen einzukaufen. In vielen Entwicklungsländern würden ökologische und soziale Mindeststandards, die in Europa selbstverständlich sind, nicht gelten. Bereits am Anfang der Lieferkette müssten diese Standards aber eingehalten werden. 

Müller sagte, er glaube nicht, "dass ein Firmenchef im Jahr 2019 öffentlich begründen möchte, warum er seine Produkte mit Kinderarbeit herstellt".

Im kommenden Jahr wolle das Entwicklungsministerium untersuchen, inwieweit Firmen mit mehr als 500 Beschäftigten in Deutschland die Umsetzung menschenrechtlicher Standards in ihren Lieferketten garantieren können. Neue rechtliche Vorgaben schloss Müller nicht aus: "Wenn es allerdings auf freiwilliger Basis keine Fortschritte gibt, brauchen wir gesetzliche Regelungen."