Die CDU verzichtet auf einen eigenen Spitzenkandidaten für die bevorstehende Europawahl. Das geht aus einem Bericht des Spiegels hervor. Stattdessen wollten CDU und CSU gemeinsam mit dem CSU-Politiker Manfred Weber in den Wahlkampf ziehen, der bereits Spitzenkandidat der europäischen Konservativen (EVP) ist.

Einen entsprechenden Vorschlag wolle die CDU-Parteispitze dem Vorstand auf seiner Klausur im Januar in Potsdam unterbreiten. Erwogen werde erstmals bei einer Europawahl auch, mit einem gemeinsamen Wahlprogramm von CDU und CSU den Wahlkampf zu bestreiten.

Der Verzicht auf einen eigenen CDU-Kandidaten ist auch dem Umstand geschuldet, dass Weber für einen grundlegenden Kurswechsel ist – weg von der EU-kritischen Politik, die die CSU bislang verfolgt hat, berichtet der Spiegel.

Bei der Europawahl 2014 hatte die CDU David McAllister ins Rennen geschickt, während in der CSU der EU-Kritiker Peter Gauweiler den Ton angab. Die SPD kritisiert Weber, weil die Fidesz-Partei des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán Mitglied in der EVP ist und daher Weber unterstützt.