Im Falle einer direkten Wahl des Bundeskanzlers würde die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer alle potenziellen SPD-Kandidaten schlagen. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa wären die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles und ihre Vorgänger Martin Schulz und Sigmar Gabriel ebenso chancenlos wie Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz.

Träten Kramp-Karrenbauer und Nahles gegeneinander an, würden sich den Umfragedaten zufolge 48 Prozent der Befragten für die CDU-Vorsitzende und lediglich zwölf Prozent für die SPD-Chefin entscheiden. Ein Duell von Kramp-Karrenbauer und Schulz würde demnach mit 48 zu 16 Prozent enden. Hieße Kramp-Karrenbauers Gegenkandidat Olaf Scholz, würde sie laut der Umfrage 43 Prozent der Stimmen erhalten, für Scholz würden 20 Prozent votieren. Das beste SPD-Ergebnis würde Sigmar Gabriel mit 21 Prozent bekommen, auch hier würde Kramp-Karrenbauer aber mit 43 Prozent klar gewinnen.

Für ihre Befragung im Auftrag der Sender RTL und n-tv stellten die Forsa-Experten auch die sogenannte Sonntagsfrage. Demnach würden lediglich 15 Prozent der Befragten für die SPD votieren, sollten sie am kommenden Sonntag einen neuen Bundestag bestimmen. Zweitstärkste Kraft nach der Union – sie käme in dem Fall auf 32 Prozent der Stimmen – wären dann die Grünen mit 19 Prozent. Dahinter lägen die AfD mit zwölf Prozent, FDP und Linke kommen in der Erhebung auf acht Prozent.

Grundlage dieses Stimmungsbildes ist die Befragung von 2.507 Menschen, die in der vergangenen Woche von Montag bis Freitag nach ihrer Meinung befragt wurden.

Über die Unsicherheiten von Umfragen

Repräsentative Umfragen unterliegen immer Fehlern. Man kann davon ausgehen, dass der tatsächliche Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Bereich von einem bis drei Prozentpunkten über oder unter den letztlich angegebenen Messwerten liegt. Den Korridor dieses statistischen Fehlers zeigen wir ab sofort in unseren Grafiken zu Wahlumfragen.

Die Ergebnisse basieren immer auf Stichprobenbefragungen. Diese decken in der Regel nur spezielle Teile der Bevölkerung ab (zum Beispiel Menschen mit Festnetz-Telefonanschluss oder Internetnutzer). Einige potenzielle Teilnehmer sind ablehnend und wollen erst gar nicht befragt werden. Fragen werden mitunter auch falsch verstanden und nicht immer aufrichtig beantwortet. Zum Beispiel auch in Reaktion auf vorangegangene Umfragen. Um jedoch ein allgemeines Meinungsbild über alle Bevölkerungsgruppen hinweg zu berechnen, müssen die Demoskopen fehlende Messwerte und vermutete Ungenauigkeiten ausgleichen und die vorliegenden Zahlen neu gewichten. Diese (in der Regel nicht transparenten) Formeln unterscheiden sich in den Instituten und führen daher zu unterschiedlichen Aussagen.

Umfragewerte sind immer Momentaufnahmen. Mehr als eine grobe Tendenz für ein Meinungsbild lässt sich daraus nicht ableiten. Selbst wenn die Aussagen und Berechnungen zum Veröffentlichungszeitpunkt der Umfrage nahe an der Realität liegen, ist immer noch offen, ob die damals befragten Wähler zum Beispiel später tatsächlich ihre Stimme abgeben oder sich kurzfristig umentscheiden.

Weitere Hintergründe über unseren Umgang mit Wahlumfragen finden Sie in unserem Transparenzblog Glashaus.