Der frühere SPD-Vorsitzende Martin Schulz hat in seiner Partei Zuspruch für seinen Vorschlag einer Urwahl des nächsten SPD-Kanzlerkandidaten erhalten. "Martin Schulz hat recht", sagte der schleswig-holsteinische SPD-Landeschef Ralf Stegner den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland.

Durch eine solche Wahl würden der Partei Personen mit unterschiedlichen Profilen präsentiert, argumentierte Stegner. "Das wäre ein guter Vorwahlkampf, belebt den innerparteilichen programmatischen Diskurs und weckt neues Interesse für die SPD und ihre Ideen."

Unterstützung kommt auch von Niedersachsens SPD-Ministerpräsident Stephan Weil. "Wenn es mehrere Kandidaten gibt, bin ich sehr dafür, dass die SPD bei wichtigen Personalentscheidungen so verfährt", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er selbst sei 2012 durch einen Mitgliederentscheid Spitzenkandidat in Niedersachsen geworden.

Schulz hatte seinen Vorschlag damit erklärt, dass die SPD durch eine Urwahl gestärkt und "inhaltlich belebt" werden würde. Schon die Mitgliedervoten zu einer möglichen Regierungsbeteiligung hätten der SPD gutgetan.

Der frühere Parteichef hatte bereits in der Vergangenheit Urwahlen zur SPD-Parteispitze gefordert, war damit parteiintern aber unter anderem bei Andrea Nahles auf Skepsis gestoßen. Nahles war im April auf einem Parteitag zur SPD-Chefin gewählt worden.