Die Bundeswehr soll mit der Aufstellung eines neuen Panzerbataillons ihre Fähigkeit zur Landes- und Bündnisverteidigung stärken. Das Bataillon werde ab 2019 im baden-württembergischen Hardheim stationiert, teilte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit. Außerdem will sie die Digitalisierung der Truppe vorantreiben. Dafür sollen in den nächsten Jahren mehr als vier Millionen Euro investiert werden.

Aktuell verfügt die Bundeswehr über fünf Panzerbataillone mit jeweils 44 Kampfpanzern des Typs Leopard 2. Nun soll ein Bataillon mit vier Kompanien und insgesamt etwa 500 Soldaten dazukommen. Dazu werde die Bundeswehr in den nächsten Jahren mehrere Hundert neue oder modernisierte Kampf- und Schützenpanzer bekommen, sagte von der Leyen. "Es ist das erste Mal jetzt seit der Wiedervereinigung, dass wir wieder eine wachsende Truppe haben."

Die Bundeswehr hatte die Zahl ihrer Panzer jahrelang stark reduziert. Vor der Wiedervereinigung besaß allein Westdeutschland mehr als 70 Panzerbataillone. Nach früheren Planungen sollte die Carl-Schurz-Kaserne in Hardheim geschlossen werden. Stattdessen will die Bundeswehr dort nun etwa 20 Millionen Euro investieren.

"Digitale Inseln" verknüpfen

Digitalisierung sei das Megathema der Zukunft, sagte die Ministerin weiter. Ziel sei es auch, die verschiedenen "digitalen Inseln" zu verknüpfen, damit auf Knopfdruck ein gemeinsames Lagebild der Truppe entstehe. Dies sei auch für das deutsche Engagement in der schnellen Speerspitze der Nato ("Very High Readiness Joint Task Force") in den Jahren 2019 und 2023 wichtig.

"Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Ziel ist es, schneller und präziser als der Gegner führen und wirken zu können", sagte Heeresinspekteur Generalleutnant Jörg Vollmer. Dazu brauche man unter anderem eine komplette Vernetzung mit breitbandigen Daten- und Sprachautobahnen und eine auf Algorithmen gestützte Aus- und Bewertung.

Am Standort Munster in Niedersachsen wird dazu ein Test- und Versuchsverband mit etwa 50 Soldaten und rund 60 Fahrzeugen geschaffen. Mit der neuen Einheit soll die Digitalisierung erprobt werden. "Jedes Gerät, jedes Fahrzeug soll mit jedem anderen verknüpft werden, sodass die militärische Führung jederzeit ein klares Lagebild besitzt", so Vollmer.