Der Bremer AfD-Chef Frank Magnitz wollte mit der Veröffentlichung eines Fotos nach dem Überfall auf ihn "mediale Betroffenheit" auslösen. Das geht aus einem parteiinternen Schreiben, das der taz vorliegt, hervor. Magnitz bestätigte, Verfasser des Schreibens zu sein.

In dem Brief erklärte der Bremer AfD-Vorsitzende, er habe am Abend der Tat selbst entschieden, in einer Pressemitteilung das Foto von seiner Kopfverletzung zu veröffentlichen. "Mir war klar, dass eine entsprechende Aufmerksamkeit damit erzielt werden würde", heißt es weiter. Doch nur durch die Veröffentlichung des Fotos sei solch eine "mediale Betroffenheit zu erzeugen" gewesen.

Magnitz verkündet in dem Schreiben: "Wir haben die gesamte Nation aufgerüttelt und einen Diskussionsprozess in Gang gesetzt, was uns sonst nie gelungen wäre!"

Der Bremer AfD-Vorsitzende war am Montagabend der vergangenen Woche durch einen Angriff von drei Unbekannten in Bremen auf offener Straße verletzt worden. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Überwachungsvideo zeigt drei Täter

Magnitz und die AfD hatten in ersten Stellungnahmen von einem Mordanschlag und von Schlägen mit einem Kantholz und Tritten gegen den Kopf des Opfers gesprochen. Ein von Überwachungskameras aufgezeichnetes Video der Tat zeigt drei Menschen, die Magnitz folgen. Einer schlägt den Politiker von hinten nieder, danach rennen sie davon.

In dem Brief räumt Magnitz laut taz ein, dass er die damalige Stellungnahme heute anders formulieren würde. "Aus reiner, professioneller Vorsicht hätte man wahrscheinlich ein 'mutmaßlich' vor das 'Kantholz' setzen müssen", schreibt der AfD-Politiker.