Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Parteien haben einen tätlichen Angriff auf den AfD-Politiker Frank Magnitz verurteilt. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) bezog auf Twitter Stellung und sagte, Gewalt dürfe niemals als Mittel der politischen Auseinandersetzung eingesetzt werden.

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir kritisierte die Tat und äußerte den Wunsch nach zügigen Ermittlungen gegen den oder die Täter. "Auch gegenüber der AfD gibt es keinerlei Rechtfertigung für Gewalt. Wer Hass mit Hass bekämpft, lässt am Ende immer den Hass gewinnen", sagte Özdemir. Auch die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock sagte bei einer Vorstandsklausur der Grünen in Frankfurt an der Oder: "Gewalt ist immer das falsche Mittel in einer Demokratie, Gewalt hat in einer Demokratie nichts zu suchen."

Die Bundesregierung äußerte sich auf Twitter ebenfalls zum Angriff auf Magnitz:

Die SPD-Chefin Andrea Nahles sagte, die AfD sei "ein politischer Gegner unserer toleranten und friedlichen Gesellschaft. Aber wer die Partei und deren Politiker mit Gewalt bekämpft, verrät diese Werte und gefährdet unser Zusammenleben." Dietmar Bartsch, Bundesfraktionsvorsitzender der Linkspartei, sagte, es gebe "keine Rechtfertigung für ein solches Verbrechen". Der SPD-Abgeordnete Johannes Kahrs, der als vehementer Kritiker der AfD im Bundestag gilt, sagte, Extremismus jeder Art sei "Mist". 

Im Bremer Senat gaben der Bürgermeister und Senatspräsident Carsten Sieling (SPD), der Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) und die Finanzsenatorin und Bürgermeisterin Karoline Linnert (Grüne) eine gemeinsame Erklärung heraus: "Wir sind entsetzt über den schlimmen Angriff und verurteilen diese Gewalttat auf das Schärfste." Die Bremer Polizei arbeite mit Hochdruck daran, "die feigen Angreifer zu ermitteln und festzunehmen", erklärte die Landesregierung. Keine Überzeugungen und keine Kritik rechtfertigten Gewalt gegen politisch Andersdenkende.

Angriff auf Frank Magnitz - Gauland gibt Medien Mitschuld an Attacke Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland spricht bei dem Angriff auf den AfD-Bundestagsabgeordneten von einem Mordversuch. Magnitz gehe es den Umständen entsprechend gut. © Foto: Jens Büttner/dpa

"Feige und widerwärtig"

Jörg Meuthen, der Vorsitzende der AfD, sprach auf Twitter von einer "feigen und widerwärtigen" Attacke gegen Magnitz. AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel sagte, Magnitz sei einem "Mordanschlag zum Opfer" gefallen. Als einen Anreiz für den Angriff bezeichnete sie "die alltägliche Hetze gegen die AfD, für die Medien und Politiker der Altparteien verantwortlich zeichnen". In einer gemeinsamen Stellungnahme betonten Weidel und AfD-Chef Alexander Gauland, die Tat schüre ein "Klima der Angst" und bringe die Demokratie in Gefahr.

Magnitz, der Landesvorsitzende der AfD Bremen, war nach Polizeiangaben am frühen Montagabend von mindestens drei Personen angegriffen und verletzt worden. Wegen seiner Funktion sei von einer politischen Motivation der Tat auszugehen. Nach übereinstimmenden Informationen der AfD Bremen und der Bremer Polizei wurde Magnitz mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Der polizeiliche Staatsschutz und die Staatsanwaltschaft Bremen haben Ermittlungen aufgenommen. Es werden Zeugen des Vorfalls im Innenstadtbereich gesucht. Wie die Polizei Bremen mitteilte, wurde eine Sonderkommission gebildet. Auch das Bundeskriminalamt ermittelt.