CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer will angesichts des Brexit-Streits nicht über Neuwahlen in Deutschland spekulieren. Beim Neujahrsempfang der ZEIT in Berlin sagte sie, es gehe vor diesem Hintergrund auch um die Stabilität und Handlungsfähigkeit der Politik. "Dass sich Deutschland ohne guten Grund mal wieder mit der Frage befasst, wer denn jetzt mit wem regieren könnte, halte ich für relativ unverantwortlich", sagte sie.

Viele Bürgerinnen und Bürger wollten, dass die Regierung ihre Arbeit mache. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei für die volle Legislaturperiode gewählt worden. Wenn es die politische Situation hergebe und die große Koalition nach wie vor die richtige Politik für Deutschland mache, gebe es keinen Grund, daran etwas zu ändern, sagte Kramp-Karrenbauer.

Für die CDU sei es derzeit am wichtigsten, bei der Europawahl im Mai sowie den anstehenden Landtagswahlen mit Abstand stärkste Kraft zu werden. Gelinge das, sei sie sehr zuversichtlich, dass Populisten bei der Regierungsbildung keine Rolle spielen würden. "Wir haben schon verloren, wenn wir in das Wahljahr starten mit dem Fokus: Wie stark werden die Populisten?", fügte sie hinzu.