CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat eine Debatte über die Kanzlerkandidatur der Union bei der nächsten Bundestagswahl abgelehnt. "Im Januar 2019 steht diese Frage nicht an", sagte Kramp-Karrenbauer im ZDF-Morgenmagazin. Es gebe eine "hochgeschätzte Kanzlerin" und eine Bundesregierung, die "stabil und ordentlich" arbeiten solle. Dem Sender n-tv sagte sie am Rande einer CDU-Klausurtagung, dass man Sachfragen diskutiere. "Personalfragen stellen sich nicht."

Inhaltlich will Kramp-Karrenbauer beispielsweise über das Thema Migration diskutieren. Es gehe dabei nicht um "rückwärtsgewandte Debatten" oder darum, sich in "schrillen Forderungen zu übertreffen", sagte sie. In einem Werkstattgespräch wolle sich die CDU mit dem Alltag und der Praxis in diesem Bereich auseinandersetzen. Es solle überprüft werden, was auch mit Blick auf beschlossene Veränderungen funktioniere und was nicht. Es gehe darum, was konkret verbessert werden könne. Sie glaube, dass die Bürger dies auch von der Politik erwarteten.

Vor dem Hintergrund der im Herbst anstehenden Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen sagte Kramp-Karrenbauer im ZDF, der Parteitagsbeschluss vom Dezember gelte, wonach es weder Koalitionen mit der Linkspartei noch mit der AfD geben solle.

Der CDU-Bundesvorstand beendet am Montag seine Klausurtagung. Zu den diskutierten Themen zählt auch die Europawahl im Mai. Als Gast wird der Spitzenkandidat der europäischen Konservativen, Manfred Weber (CSU), erwartet.

Friedrich Merz betont Gemeinsamkeiten

Der bei der Wahl des CDU-Vorsitzes knapp unterlegene frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz hob indes seine inhaltlichen Gemeinsamkeiten mit Annegret Kramp-Karrenbauer hervor. Er begleite mit "großer Sympathie das, was sie tut, insbesondere in der Wirtschafts- und Finanzpolitik", sagte Merz im SWR.

In den wesentlichen Fragen sei er offensichtlich mit ihr einig. Das betreffe neben der Wirtschafts- und Finanzpolitik auch das Wahlziel, die CDU wieder an 40 Prozent heranzuführen. Er freue sich über die Positionen der Parteivorsitzenden. Kramp-Karrenbauer sagte im ZDF-Morgenmagazin, sie freue sich, dass Merz ihr und der Partei mit Rat und Tat zur Seite stehen wolle. Das sei ein gutes Signal für die Partei. Die beiden Politiker hatten sich in der vergangenen Woche darauf verständigt, dass der frühere Unions-Fraktionschef unter anderem Mitglied in einem Expertenkreis zur sozialen Marktwirtschaft sein soll.