Der im Rennen um den CDU-Vorsitz unterlegene Friedrich Merz engagiert sich künftig als Wirtschafts- und Finanzexperte in der Partei. Merz werde "seine Erfahrung und Kompetenz in Fragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik" einbringen, teilte die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer mit. Nach Parteiangaben soll Merz, der Vorsitzende des Vereins Atlantikbrücke, die CDU zudem zur Zukunft der transatlantischen Beziehungen beraten und das neue Grundsatzprogramm der Partei miterarbeiten.

Merz hatte im Dezember auf dem CDU-Parteitag in Hamburg bei der Wahl des Parteivorsitzes knapp gegen Kramp-Karrenbauer verloren. Besonders vom Wirtschaftsflügel der Partei wurden daraufhin Forderungen laut, Merz weiter in die Parteiarbeit einzubinden. Auch die neue Vorsitzende äußerte diesen Wunsch und führte mehrfach Gespräche mit Merz darüber.

Nun teilte Kramp-Karrenbauer per Twitter mit: Merz werde eine "tolle Verstärkung" des Expertenkreises aus Vertretern der Wirtschaft und Wissenschaft. Kramp-Karrenbauer hatte die Expertenrunde im vergangenen Jahr noch als CDU-Generalsekretärin ins Leben gerufen.

Kurz vor Weihnachten hatte Merz seine Bereitschaft erklärt, "an geeigneter Stelle daran mitzuwirken, dass wirtschaftsliberale und wertkonservative Inhalte stärker in die CDU eingebracht werden". Er wolle, dass die CDU wieder die "starke Kraft der politischen Mitte" werde. Merz zeigte sich zudem bereit, einen Ministerposten in der Bundesregierung zu übernehmen, eine Kabinettsumbildung ist für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) jedoch derzeit kein Thema. Parteichefin Kramp-Karrenbauer hatte der ZEIT Ende Dezember gesagt, dass sie beim letzten Kabinettsfrühstück noch mal durchgezählt und festgestellt habe: "Das Kabinett war vollzählig. Es gibt da also für die Kanzlerin keinen Handlungsbedarf."

Nun soll sich Merz in der CDU auch über den Bereich Wirtschaft und Finanzen hinaus engagieren: Der 63-Jährige solle an führender Stelle den Themenbereich "Zukunft der transatlantischen Beziehungen" begleiten, bestätigte eine CDU-Sprecherin einen Bericht der Welt. Das Thema soll nach der Europawahl zu einem inhaltlichen Schwerpunkt der Partei werden. Außerdem soll Merz demnach an der Erarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms der CDU mitwirken.

Merz war bis 2002 Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag und hatte sich für die CDU mit Finanzfragen befasst, etwa mit Plänen für eine Steuererklärung, die auf einen Bierdeckel passt. Er sitzt in mehreren Aufsichtsräten großer Unternehmen.