Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Zahl der Asylanträge für das vergangene Jahr bekannt gegeben. Im Jahr 2018 gab es 161.931 Erstanträge auf Asyl. Zusammen mit den Folgeanträgen in Höhe von 23.922 Folgeanträgen summiert sich die Zahl auf 185.853 förmlichen Asylanträgen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums bedeutet dies ein Rückgang um gut 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zuwanderung lag damit deutlich unter dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Korridor für die Zuwanderung von 180.000 bis 220.000 Personen pro Jahr.

Seehofer sieht sich in seiner bisherigen Flüchtlingspolitik bestätigt. "Diese Zahlen zeigen, dass unsere Maßnahmen zur Steuerung und Begrenzung des Flüchtlingszuzugs ganz konkret positive Wirkung entfalten", sagte der Innenminister in Berlin, wo er zusammen mit dem Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Hans-Eckhard Sommer, die Zahlen zusammen mit dem Migrationsbericht für 2016/2017 bekannt gab. Der CSU-Politiker sieht dennoch Handlungsbedarf: "Wir brauchen weiterhin eine ordnende, steuernde und begrenzende Flüchtlingspolitik", sagte Seehofer.

Als "besonders bemerkenswert" bezeichnete es Seehofer, dass fast jeder fünfte Asylbewerber in Deutschland geboren ist. Was auf den ersten Blick paradox klingt, hat einen einfachen Grund: Laut Bundesinnenministerium wurden im vergangenen Jahr rund 19,9 Prozent aller Asylerstanträge für in Deutschland geborene Kinder gestellt, die ihren ersten Geburtstag noch nicht gefeiert haben.

"Hohe Zuwanderung bewältigt"

Die von Seehofer und Sommer präsentierten Zahlen verdeutlichen: Die Flüchtlingszahlen sinken kontinuierlich. Das Bundesinnenministerium registrierte im Jahr 2015 – auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszuzugs – insgesamt 890.000 asylsuchende Menschen, vor allem aus Syrien, dem Irak und Iran. Inzwischen geht die Bundesregierung davon aus, "dass Deutschland die hohe Zuwanderung von Schutzsuchenden bewältigt hat", wie sie in ihrem Migrationsbericht für die Jahre 2016 und 2017 schreibt.

In dem Bericht werden die bereits im vorigen Herbst vom Bundesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen zur Zuwanderung aufgegriffen, wonach 2017 rund 416.000 Menschen mehr nach Deutschland zugezogen als weggezogen waren. Die Nettozuwanderung ging damit zurück.

Laut der Zahlen kamen 2017 rund 67 Prozent aller Zugewanderten aus einem europäischen Land, vor allem aus Rumänien und Polen. 53,4 Prozent der Zugewanderten stammen aus einem EU-Mitgliedstaat, 15,4 Prozent aus Asien, 4,3 Prozent aus Afrika und 5,3 Prozent aus Amerika, Australien, Ozeanien. Ähnlich sah es bei den Fortzügen aus.

Der Migrationsbericht analysiert den Zuzug nach Deutschland und gibt detailliert Auskunft über die Zu- und Abwanderung aus EU-Staaten, die Qualifikation, das Alter und das Geschlecht von Neuankömmlingen. Eigentlich wird der Report jährlich vom Kabinett verabschiedet und vorgestellt. 2016 war dieses Prozedere jedoch einmalig ausgesetzt worden. Hintergrund waren laut Regierung technische Neuerungen bei der Erstellung der Bevölkerungsstatistiken, weshalb der Migrationsbericht für jenes Jahr nicht fristgerecht verfasst werden konnte.