Pflegebedürftige oder deren Angehörige müssen mehr Geld für einen Heimplatz aufbringen als vor einem Jahr. Im Bundesdurchschnitt seien die Kosten, die Heimbewohnerinnen und Heimbewohner selbst tragen müssen, im vergangenen Jahr um 58 Euro auf 1.830 Euro monatlich gestiegen, berichtete Der Spiegel unter Berufung auf eine Statistik des Verbands der Ersatzkassen (vdek). Anfang 2018 habe die Belastung 1.772 Euro im Monat betragen. Nach Angaben des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV) hatten die Kosten im Mai 2017 im Schnitt noch unter 1.700 Euro monatlich gelegen.

Die Summe setzt sich zusammen aus den Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen sowie dem Pflegesatz, der von Heimbetreibern, Pflegekassen und Kommunen verhandelt wird. Die Pflegeversicherung trägt diesen Satz nicht komplett, sodass Pflegebedürftige allein dafür durchschnittlich 655 Euro monatlich zahlen müssen.

Um Betroffene vor steigenden Kosten zu schützen, hatten die Verbraucherzentralen am Dienstag Änderungen bei der Pflegeversicherung gefordert. "Der Pflegefall darf nicht länger zur Kostenfalle werden", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller. Die Leistungen der Pflegeversicherung sollten daher jedes Jahr automatisch erhöht werden – orientiert an der Inflationsrate und an steigenden Personalkosten. Wie bisher schon die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung müsse auch die Pflegeversicherung aus Steuergeld bezuschusst werden.

Pflegebedürftige oder Angehörige müssen einen Eigenanteil leisten, weil die Pflegeversicherung – anders als die Krankenversicherung – nur einen Teil der Kosten trägt. Selbst bezahlt werden müssen neben einem Eigenbetrag für die Pflege an sich etwa auch Unterkunft und Verpflegung im Pflegeheim. Die Belastungen sind je nach Bundesland unterschiedlich hoch. Besonders tief müssen Pflegebedürftige in Nordrhein-Westfalen in die Tasche greifen – auf sie kommen durchschnittlich Lasten von 2.252 Euro zu. Am günstigsten ist es in Sachsen-Anhalt mit 1.218 Euro. Experten erklären die unterschiedliche Höhe der Kosten auch mit regional unterschiedlichen Löhnen und Vorgaben für die Personalausstattung.