Sachsen-Anhalts ehemaliger AfD-Landeschef André Poggenburg ist aus der Partei ausgetreten. Er habe seinen Austritt aus der AfD per E-Mail erklärt, teilte ein Sprecher des Bundesverbands mit. Wie der Spiegel berichtete, begründete Poggenburg die Entscheidung mit der "Entwicklung innerhalb der AfD in den letzten Wochen und Monaten". Die habe ihm gezeigt, dass die Partei "nicht mehr wirklich meine politische Heimat ist".

Poggenburg hat Berichten zufolge bereits eine neue Partei gegründet: Aufbruch deutscher Patrioten – Mitteldeutschland. Diese werde bereits im Herbst bei den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg antreten, sagte Poggenburg der Welt. Demnach soll sich die Bewegung an unzufriedene AfD-Mitglieder vom rechten Flügel richten.

Kontakte zur Pegida-Bewegung

Die Differenzen mit der AfD-Parteiführung in Berlin hätten "letztlich ein unüberbrückbares Ausmaß angenommen, sodass ich mich dazu entschieden habe, meinen politischen Kampf für dieses Land außerhalb der AfD weiterführen zu müssen", sagte Poggenburg. Seiner neuen Partei hätten sich bereits weitere enttäuschte AfD-Mitglieder angeschlossen. Im Vorstand der neuen Partei sitzen demnach Egbert Ermer und Benjamin Przybylla, die bisher der sächsischen AfD angehörten. Sowohl Poggenburg als auch Ermer haben seit Längerem engen Kontakt zur fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung.

Nach mehreren umstrittenen Reden war Poggenburg im März 2018 auf internen Druck als Partei- und Fraktionschef in Sachsen-Anhalt zurückgetreten. Zuvor war er für mehrere Reden kritisiert worden. So hatte er beispielsweise in einer Rede am Aschermittwoch Mitglieder der Türkischen Gemeinde in Deutschland als "Kümmelhändler" und "Kameltreiber" diffamiert. Später hatte er Meinungsverschiedenheiten mit anderen führenden Mitgliedern des rechtsnationalen Flügels in der AfD.

Der Bundesvorstand der AfD hatte für Poggenburg jüngst eine Ämtersperre für zwei Jahre beschlossen, die aber noch der Genehmigung des Landesschiedsgerichts bedurfte. Zum neuen Jahr hatte Poggenburg auf Twitter "den Mitbürgern unserer Volksgemeinschaft ein gesundes, friedliches und patriotisches 2019" gewünscht.

Wir haben den Artikel korrigiert. In der ursprünglichen Version hieß  es, Poggenburg habe bereits eine Ämtersperre erhalten. Diese wurde aber nur beantragt.