Im Streit um den US-Haushalt hat Präsident Donald Trump eine geplante Reise der Topdemokratin Nancy Pelosi gestrichen. "Aufgrund des Shutdowns muss ich Ihnen leider mitteilen, dass Ihre Reise nach Brüssel, Ägypten und Afghanistan verschoben wurde", schrieb Trump in einem Brief an die Vorsitzende des Repräsentantenhauses. Pelosi könne aber Linie fliegen, wenn sie das wolle. Die Demokratin wollte sich unter anderem am Freitag in Brüssel mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini treffen. Außerdem war ein Afghanistan-Truppenbesuch in einem Militärflugzeug geplant.

Trumps Vorgehen wirkt wie eine Retourkutsche: Zuvor hatte Pelosi nämlich Trump empfohlen, wegen des Shutdowns die für den 28. Januar geplante Rede zur Lage der Nation zu verschieben oder nur eine schriftliche Erklärung dazu einzureichen.

In seinem Brief konnte sich Trump einen Seitenhieb auf Pelosi nicht verkneifen: Sie reise sowieso nur aus PR-Zwecken, unterstellte er ihr. "Angesichts der Tatsache, dass 800.000 großartige amerikanische Arbeiter kein Gehalt bekommen, stimmen Sie sicherlich zu, dass die Verschiebung dieser PR-Veranstaltung absolut angemessen ist", schrieb er mit Blick auf die Reise. Pelosi solle in dieser Zeit lieber mit ihm über eine Lösung im Etatstreit verhandeln.

Wenig später strich Donald Trump auch die Reise einer amerikanischen Delegation zum Weltwirtschaftsforum in Davos. Auch diesen Schritt begründete Regierungssprecherin Sarah Huckabee Sanders mit Rücksichtnahme auf die 800.000 Bundesbeschäftigten, die wegen des Shutdowns nicht bezahlt würden. Trump selbst hatte seine eigene Teilnahme am Weltwirtschaftsforum ebenfalls vor gut einer Woche wegen der teilweisen Haushaltssperre abgesagt. Das Forum in dem Schweizer Skiort findet vom 22. bis zum 25. Januar statt.

In den USA stehen seit knapp vier Wochen Teile des Regierungsapparates still. Grund für den sogenannten Shutdown ist die von Trump geforderte Grenzmauer zu Mexiko. Der Präsident will einem neuen Zwischenhaushalt nur zustimmen, wenn Ausgaben in Höhe von 5,7 Milliarden Dollar (4,9 Milliarden Euro) für den Bau der Mauer vorgesehen sind. Er besteht darauf, dass die Mauer das beste und einzige Mittel sei, um illegale Einwanderung in die USA zu verhindern. Die Demokraten verweigern die Finanzierung.