Volker Bouffier (CDU) ist zum dritten Mal zum hessischen Ministerpräsidenten gewählt worden. Der 67-Jährige bekam bei der konstituierenden Sitzung des neuen Landtags in Wiesbaden 69 Stimmen. Die Zahl entspricht exakt den Mandaten der Koalition von CDU und Grünen. Bouffier nahm die Wahl an. Schwarz-Grün hat nur eine hauchdünne absolute Mehrheit von einem Mandat in dem Parlament mit insgesamt 137 Abgeordneten.

Die gerade begonnene Amtsperiode soll Bouffiers letzte als hessischer Regierungschef sein. "Ich möchte in dieser Legislaturperiode als Ministerpräsident weiterarbeiten – dann ist aber auch gut", hatte er schon vor der Landtagswahl vom Oktober gesagt. Bis 2023 will er noch einmal mit den Grünen regieren, wenn auch mit knapper Mehrheit.

Bouffier hat das Amt des hessischen Ministerpräsidenten erstmals Ende August 2010 während der Legislaturperiode von seinem Parteikollegen Roland Koch übernommen, der in die Wirtschaft wechselte. Zuvor war er elf Jahre hessischer Innenminister. Er leitete zunächst eine Regierungskoalition aus CDU und FDP, bevor die hessischen Christdemokraten 2014 das erste Bündnis mit den Grünen in einem Flächenland eingingen.

Vor fünf Jahren hat der CDU-Politiker 62 von 109 abgegebenen Stimmen bekommen. Damit hatten damals rechnerisch alle 61 Abgeordneten der Fraktionen von CDU und Grünen ihre Zustimmung gegeben – plus einem Angeordneten der Opposition. In der zurückliegenden Legislaturperiode war der Landtag mit 110 Sitzen deutlich kleiner.

Erstmals gibt es im Kabinett eine Digitalministerin

Die Grünen stellen in dem neuen Kabinett vier Ministerinnen und Minister. Neben dem bisherigen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Umweltministerin Priska Hinz werden die beiden Landesvorsitzenden Angela Dorn und Kai Klose als Minister für Wissenschaft und Kunst beziehungsweise Soziales und Integration Teil der Landesregierung.

Insgesamt steigt die Zahl der Ministerien in Hessen von zehn auf elf – erstmals gibt es eine Digitalministerin. Dieses Amt übernimmt die parteilose darmstädtische IHK-Präsidentin Kristina Sinemus. Bei den übrigen sechs CDU-Posten in der künftigen Regierung setzt Bouffier weiter auf die Amtsinhaber.

Die Christdemokraten hatten bei der Landtagswahl im Herbst das schlechteste Ergebnis seit mehr als 50 Jahren eingefahren und nur noch 27 Prozent der Wählerstimmen bekommen. Die Grünen legten dagegen auf 19,8 Prozent zu und wurden zweitstärkste Kraft. Im neuen Landtag hat Schwarz-Grün eine Mehrheit von nur einer Stimme.